Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

DN
Nordschleswig/Kopenhagen
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Am 26. Mai finden in Dänemark die Wahlen zum Europaparlament statt. Foto: EU

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Privatschulen in Dänemark beliebt

In Dänemark besuchen mehr Kinder als in anderen OECD-Ländern Privatschulen. Dies geht laut der Zeitung „Information“ aus einer Analyse hervor, die Arbejderbevægelsens Erhvervsråd vorgenommen hat. Nur in Großbritannien, Spanien und Belgien gehen noch mehr Kinder auf eine Privatschule. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) umfasst 30 Mitglieder. Im Jahr 2016 gingen 16 Prozent der dänischen Kinder bis zur 6. Klasse auf eine Privatschule, der Durchschnitt liegt bei elf. Der Anteil stieg 2018 auf 17,4 Prozent. Der dänische Lehrerverein sieht die Entwicklung kritisch. Die Sozialdemokraten möchten den Volksschulen mehr Geld geben, die Regierung sieht keinen Änderungsbedarf.

Erdwärme: Energiebehörde genehmigt Bohrungen

Die Energiebehörde hat der A.P. Møller Holding die Erlaubnis für geothermische Bohrungen erteilt. Glücken die Bohrungen, soll das gewonnene heiße Wasser zur Fernwärmeversorgung von Aarhus und Aalborg beitragen. Dies berichtet die dänische Nachrichtenagentur Ritzau. In zwei Gebieten in der Nähe der beiden Städte soll jeweils eine Bohrung niedergebracht werden. Der dänische Energieminister Lars Christian Lilleholt sieht in der Erdwärme eine große Chance, Energie CO2-neutral zu produzieren. In der Kommune Aarhus soll eine erste Anlage zwischen 2021 und 2024 gebaut werden.

Ostseepipeline: Neuer Antrag von Nord Stream

Die Nord Stream 2 AG hat erneut einen Antrag an die Energiebehörde gestellt, die umstrittene Gaspipeline von Russland nach Deutschland in dänischen Gewässern verlegen zu dürfen. Im dritten Antrag will Nord Stream 2, zu dessen Eignern der russische Energiekonzern Gazprom gehört, nun die Pipeline noch weiter südlich von Bornholm verlegen. Zwei Modelle werden vorgeschlagen. Im März hatte die Behörde das Unternehmen gebeten, eine dritte Route zu untersuchen aus Gründen des Umweltschutzes und der Sicherheit. Beides wird nach einer ersten Schätzung der Energiebehörde nun besser berücksichtigt. Die Pipeline soll nicht in dänischen Hoheitsgewässern, wohl aber in der Außenwirtschaftszone Dänemarks verlegt werden.

Neue Wahl – gleiches Thema

Als 2014 in Dänemark die Wahl zum Europaparlament stattfand, war die illegale Einwanderung das wichtigste Thema für die Wähler. Fünf Jahre später beschäftigt das gleiche Thema immer noch die Wähler, zeigt eine Meinungsumfrage von Epinion für Danmarks Radio. Allerdings hat diesmal ein weiteres Thema den gleichen Stellenwert wie die illegale Einwanderung, nämlich das Klima. An dritter und vierter Stelle kommen – mit halb so vielen Stimmen – die Umwelt und der Kampf gegen Steuerhinterziehung. Epinion hat 1.039 Wähler zu ihrer Meinung befragt.

Vater und zwei Kinder ertrunken

Ein Vater und seine zwei Kinder im Alter von 11 und 13 Jahren sind vor Seeland ertrunken. Die Familienmitglieder waren am Sonntagmorgen zur See gestochen, und seitdem hatte niemand von den Dreien gehört. Eine Suche am Sonntag – unter anderem mit einem Rettungshubschrauber – blieb erfolglos. Montagvormittag wurde zunächst der Vater ertrunken aufgefunden und später wurden auch auch die beiden Kinder tot bei Rørvig geborgen.

Sozialdemokraten gewinnen in Finnland

Die Sozialdemokraten sind erstmals seit 2019 wieder die größte Partei Finnlands. Bei der Wahl am Sonntag gewann die SDP 40 der 200 Sitze im finnischen Parlament. Keine der Parteien in Finnland erreichte über 20 Prozent der Wählerstimmen, was ungewöhnlich ist und die Regierungsbildung schwierig gestaltet. Großer Verlierer der Wahl war die Centerparti von Regierungschef Juha Sipilä mit einem Rückgang um 18 auf 31 Mandate. Zweitgrößte Partei wurde die ausländerfeindliche Partei „De Sande Finner" (Die Wahren Finnen) mit 39 Mandaten. Die konservative Samlingspartiet wird 38 Sitze im Parlament haben. Antti Rinne von der SDP rechnet dennoch damit, noch vor Ende Mai eine neue Regierung präsentieren zu können.

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