Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

DN
Apenrade/Aabenraa
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Dänemarks Außenminister Jeppe Kofod (Sozialdemokraten) wird am Mittwoch seinen Antrittsbesuch in den USA absolvieren in Begleitung der grönländischen Außenministerin – ein Novum. Foto: Ida Guldbæk Arentsen/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

 

Börsenbericht am Dienstag

Zur Wochenmitte können sich die dänischen Aktionäre über einen leichten Anstieg des C25 Eliteindex freuen. Um 0,4 Prozent stieg er und beendete damit den Handelstag am Mittwoch bei 1.205,14 Punkten. Bedanken dürfen sich die Anleger beim Medizintechnik-Unternehmen Ambu, dessen Aktien fielen zu Beginn des Handelstages um 5 Prozent, einige Stunden später beim Börsenschluss sah die Lage dann allerdings ganz anders aus: Die Wertpapiere endeten mit einem Plus von sagenhaften 25,3 Prozent im Vergleich zum Vortag. Nicht so gut sah es hingegen bei der Sydbank aus. Die Aktien der nordschleswigschen Großbank fielen um 2,9 Prozent.

 

Neue Vorschriften erschweren Durchführung von Märkten und Dorffesten

Der dänische Verband der Veranstalter von Märkten, Dorf- und Stadtfesten schlägt Alarm. Er warnt vor der Einführung neuer Vorschriften im kommenden Jahr, die den Veranstaltern derartiger Veranstaltungen, die auch in Nordschleswig verbreitet sind, viele komplizierte Auflagen bescheren. Das berichtet Danmarks Radio.

Ab 2020 wird verlangt, dass bei Veranstaltungen mit mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern jeweils ein externer Berater eingestellt wird, der eine Zeichnung zum Aufbau von Buden und Ständen anfertigen muss. Der Verband sieht vor allem Probleme für Veranstaltungen ohne große Überschüsse, die überwiegend durch freiwillige Helfer ermöglicht werden.

 

Polizei ermittelt gegen Verdächtige nach Wegbaggern einer Düne in Skagen

Die Polizei von Nordjütland hat zwei Männer festgenommen, die verdächtig sind, hinter der Wegbaggerung einer Düne im berühmten Badeort Skagen zu stecken. Am 1. November war morgens entdeckt worden, dass eine Düne, die vermutlich Hausbesitzern die Sicht aufs Meer versperrt hat, über Nacht verschwunden war. Naturfreunde und Bewohner reagierten empört.

 

Regierungschefin will Wirtschaft beim Klimaschutz einspannen

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen hat bei einer Zusammenkunft im Gästehaus der Regierung, Marienborg, führende Vertreter der dänischen Wirtschaft um Unterstützung bei den Bemühungen um mehr Klimaschutz gebeten. Ohne die Beteiligung vor allem auch der Industrie werde es nicht möglich sein, bis 2020 den Ausstoß bei den Treibhausgasen um 70 Prozent zu verringern, so die sozialdemokratische Staatsministerin.

 

Männer verdienen weiterhin mehr als ihre Ehefrauen

Die Zahl der Familien, in denen der Mann am meisten verdient, steigt in Dänemark weiter an. In sieben von zehn Haushalten haben Männer derzeit das höhere Einkommen. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik. 2010 war das Einkommen der Männer noch in 68,1 Prozent der Haushalte höher. Im vergangenen Jahr war dies in 70,3 Prozent der Fall. Mona Larsen, Forscherin am Analysezentrum für Wohlfahrt (VIVE), meint, der Grund dafür liege vor allem darin, dass Frauen der Familie weiterhin höhere Priorität einräumen und deshalb weniger Arbeitsstunden leisten. Zudem seien Frauen häufiger im öffentlichen Bereich angestellt, wo die Löhne niedriger seien, so die Forscherin zu Ritzau

 

Festnahmen nach Grabschändungen in Randers

Die Polizei hat zwei Männer festgenommen, die, so der Vorwurf, am Wochenende Gräber auf einem jüdischen Friedhof in Randers geschändet haben sollen. Dies teilte die Polizei am Mittwoch mit. Gegen die mutmaßlichen Täter wird wegen Vandalismus und Rassismus ermittelt. Neben der Grabschändung an insgesamt 84 Grabsteinen in der Nacht von Freitag auf Sonnabend sollen die beiden im Alter von 27 beziehungsweise 38 Jahren auch für Schmierereien an einem Gebäude in Randers verantwortlich sein. Weiterhin sucht die Polizei noch Zeugen. Die Taten geschahen zum 81. Jahrestag der antijüdischen Pogrome in Deutschland. Der schwedische Forscher Magnus Ranstorp bezeichnet diese und andere Taten in Dänemark und weiteren skandinavischen Ländern als Machtdemonstration nationalsozialistischer Kreise. hm

 

IS-Krieger: Venstre unterstützt neuen Regierungsvorschlag

Kinder dänischer Eltern, die in Gebieten geboren werden, in denen eine Terrororganisation Teil eines bewaffneten Konflikts ist, sollen nicht länger automatisch dänische Staatsbürger sein. Laut der Zeitung „Berlingske“ bereitet die sozialdemokratische Regierung einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vor. Da der Sprecher der Partei Venstre für staatspolitische Fragen, Morten Dahlin, seine Zustimmung angedeutet hat, zeichnet sich für den Gesetzesvorschlag eine politische Mehrheit ab. hm

 

Dänische Studenten sollen Hongkong verlassen

Dänemarks Technische Universität (DTU) fordert ihre 36 Studierenden in Hongkong auf, wieder nach Hause zu fliegen. Das berichtet der Sender „Danmarks Radio”. Dem Universitätsrektor Anders Overgaard Bjarklev zufolge wurde die Entscheidung zusammen mit dem Dekan getroffen. Obwohl es seit Juni in Hongkong Demonstrationen und gewalttätige Proteste gibt, haben die Unruhen erst in den vergangenen Tagen den Campus erreicht. Alle Schulen der Stadt wurden heute morgen geschlossen, berichtet „NRK“ aus Norwegen, wie zahlreiche U-Bahne und Büros. „Jetzt sind sie dort, wo die Studenten wohnen, studieren und einkaufen”, sagte Rektor Bjarklev dem dänischen Sender. Sie könnten Wurfgeschossen wie etwa Molotowcocktails nicht entkommen – auch wenn die Fenster geschlossen seien, so eine dänische Studentin der Chinesischen Universität Hongkong. Der DTU-Rektor betonte aber, die Studierenden seien nicht gezwungen, Hongkong zu verlassen, dies sei nur eine Empfehlung. Allerdings wurden norwegische Studenten der Hongkong-Baptist-Universität, wo viele Demonstranten sich getroffen haben, in ein Hotel gebracht, nachdem in Teilen des Schlafsaals Feuer gelegt wurde. lsa

 

Bürgermeisterin kritisiert Arbeitslosenversicherungen

Cecilia Lonning-Skovgaard (Venstre), Kopenhagens Bürgermeisterin für Beschäftigung, kritisiert die dänischen Arbeitslosenversicherungen. Ihrer Ansicht nach halten diese ihre schützende Hand über frisch ausgebildete Akademiker und Selbstständige, die nicht die Sanktionen erhalten, die sie bekommen sollten. Dies berichtet die Zeitung „Berlingske“. Mit Blick auf Akademiker ist sie der Auffassung, dass Arbeitslose vom ersten Tag der Arbeitslosigkeit an einen Job suchen, auch wenn es ein Job im Supermarkt ist. Die Bürgermeisterin bemängelt, dass Akademiker zu lange „im System“ stecken würden. Cecilia Lonning-Skovgaard ist Chefin des Kopenhagener Jobcenters und meint, die Arbeitslosenversicherungen reagierten nicht bei den Akademikern, die, Zitat, „stinkfaul" (luddoven) seien. Der Direktor der Branchenorganisation der Arbeitslosenversicherer weist die Kritik zurück. hm

 

Außenminister nimmt seine grönländische Kollegin mit in die USA

Bei seinem ersten offiziellen Besuch in den USA am Mittwochmorgen amerikanischer Zeit wird Außenminister Jeppe Kofod (Sozialdemokraten) von seiner grönländischen Kollegin, Außenministerin Ane Lone Bagger (Siumut), begleitet. Beide werden den US-amerikanischen Außenminister Mike Pompeo treffen. Es ist das erste Mal, dass ein Mitglied der grönländischen Regierung an einem Antrittsbesuch eines dänischen Ministers teilnimmt. hm

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