Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Die Polizei für Wirtschaftskriminalität schaut besorgt auf Fußballwetten, die sich offenbar für Geldwäsche eignen. Foto: Fanatic Studio/Science Photo Library/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Börse am Mittwoch

Die Börse schließt am Mittwoch mit einem C25 Leitzins bei 1.165,1. Dies ist ein Verlust von 0,3 Prozent zum Vortag. Verlierer des Tages war die Aktie von ISS, die den ganzen Mittwoch über ihren Tiefstand beibehielt und bei Börsenschluss bei 145,10 Kronen lag. Dies bedeutet einen Rückgang um 20,1 Prozent. Der Preisrückgang bei ISS entsprach einem Verlust des Marktwerts um 6,8 Milliarden Kronen. Gewinner des Tages war das Unternehmen Missionzero. Die Aktie stieg um 0,5 Prozent auf 257,40 Kronen.

 

Regierungschefin soll Stellung zu Pressechefs nehmen

Nachdem Regierungschefin Mette Frederiksen (Sozialdemokraten) es nach Aufforderung des blauen Blocks am Dienstag abgelehnt hatte, bei einem Treffen Stellung dazu zu nehmen, ob sieben von neun Presse- und Kommunikationschefs in den Ministerien eine starke Nähe zur Sozialdemokratie haben, scheint sie sich nun beugen zu müssen. Am Mittwoch schlossen sich auch die Radikalen und die Alternativen der Forderung an. Die Opposition befürchtet, dass die Sozialdemokratie die Ämter politisieren könnte, indem sie Pressemitarbeiter anstellt, die eng mit der Partei verbunden sind. Alle Ministerien geben hingegen an, dass die Einstellungen ohne politische Einmischung erfolgt sind.

 

1,5 Milliarden zusätzlich für „grüne Forschung“

Eine Mehrheit des Parlaments hat sich am Mittwoch darauf geeinigt, rund 1,9 Milliarden Kronen sogenannte Forschungsreserven für 2020 zu verteilen. Der größte Teil davon – circa 1,5 Milliarden Kronen – geht in den Bereich „grüne Forschung“. Das gab Ausbildungs- und Forschungsministerin Ane Halsboe-Jørgensen (Sozialdemokraten) in einer Pressemitteilung bekannt. „Die Forschung ist ein wesentlicher Bestandteil dafür, dass wir unsere Ziele bei der grünen Umstellung erreichen. Deshalb bekommt der Bereich den größten Teil des Geldes“, so die Ministerin zur Nachrichtenagentur Ritzau. Das Geld soll sowohl zur Entwicklung neuer Idee als auch zur Umsetzung fertiger Lösungen genutzt werden.

 

YouSee und Discovery gehen getrennte Wege

Nun steht fest: Ab dem Jahreswechsel werden die Discovery-Sender nicht mehr über YouSee ausgestrahlt. Erneute Verhandlungen sind am Mittwoch gescheitert. „Leider konnten wir keine Lösung finden, die einen vernünftigen Preis und eine große Wahlfreiheit für unsere Kunden sicherstellt“, so YouSee-Direktor Jacob Mortensen in der Pressemitteilung. Eine erneute Absprache im kommenden Jahr schließen die Verantwortlichen allerdings nicht aus.

 

„Den Danske Ordbog“ von Kürzungen bedroht

Wenn Ende des Jahres die dreijährige Förderung des Kultusministeriums ausläuft, kann das digitale Wörterbuch „Den Danske Ordbog“ nicht mehr wie bisher mehrmals im Jahr von der betreuenden Dänischen Gesellschaft für Sprache und Literatur aktualisiert werden. Dies berichtet die Zeitung „Politiken“. Im Haushaltsplan der Regierung sind keine Mittel mehr für das digitale Wörterbuch reserviert, das den aktuellen Wortschatz der Dänen sammelt und über 100.000 Besucher am Tag zählt. Auch die Carlsbergstiftung hat angekündigt, die Förderung des Wörterbuches ab 2022 einzustellen. Laut „Politiken“, weil die Stiftung die Förderung eines solchen Projektes als Aufgabe der öffentlichen Hand betrachtet. Die kulturpolitischen Sprecher der Radikalen und auch der regierenden Sozialdemokraten würden gern eine weitere Förderung des digitalen Wörterbuchs sehen. Am Mittwoch hat die Gesellschaft für Literatur und Sprache Gelegenheit, dem Kulturausschuss des Folketings Einblicke in das digitale Wörterbuch zu geben.

 

Bürger verhindert Sandaufspülung

Das Amt für Küstenschutz (kystdirektoratet) spült im Herbst eines jeden Jahres Sand vor die Küste Jütlands, um der Erosion entgegenzuwirken. Nach der Klage eines Bürgers aus Skagen wird es in diesem Jahr keine Sandaufspülung zwischen Lønstrup und Søndervig im Norden Jütlands geben, die dort Ferienhäuser schützen sollen. Dies seien die demokratischen Spielregeln, und daher warte man nun die Klage ab, so Hans Erik Cutoi-Toft vom Amt für Küstenschutz.

 

Geldwäsche mit Fußballwetten

Die Polizei für Wirtschaftskriminalität und organisiertes Verbrechen (bagmandspoliti) schaut besorgt auf die dänische Tippspiel- und Lottobranche. Ihrer Ansicht nach besteht die Gefahr, dass dort Kriminelle Geld waschen – auch im staatlichen Unternehmen Danske Spil. Das geht laut der Zeitung „Børsen" aus einem vertraulichen Bericht der Polizei hervor. Gerade Fußball-Wetten, die nicht online platziert werden, sind dem Bericht zufolge geeignet, um Geld zu waschen.

 

Bericht aus der Türkei macht Außenminister „wirklich wütend“

Ein Bericht der türkischen Denkfabrik Seta sorgt für Ärger: Laut der Zeitung „Jyllands-Posten“ stempelt der von der EU finanzierte Bericht Dänemark als islamophob ab. Aus Sicht der EU sollte der Bericht mehr Solidarität zwischen Europa und der Türkei schaffen. Die beauftragte türkische Denkfabrik schreibt aber in dem Bericht mit Blick auf Dänemark von „ausschließenden politischen Kampagnen, gerichtet gegen dort lebende Muslime“. Der Rapport, der die EU umgerechnet knapp eine Million Kronen gekostet hat, macht Außenminister Jeppe Kofod (Sozialdemokraten) den eigenen Worten nach „wirklich wütend“. Die EU-Mittel seien nicht dazu da, den Bericht einer türkischen Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) über Islamophobie in der EU, darunter Dänemark, zu finanzieren, so Kofod.

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