Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Sozial- und Innenministerin Astrid Krag (Sozialdemokraten) hat die bisherige Arbeitsgruppe zum Thema Prostitution aufgelöst. Foto: Jonas Skovbjerg Fogh/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Däne bekommt Literaturpreis des Nordischen Rates

Jonas Eika hat mit seiner Novellensammlung „Efter solen“ („Nach der Sonne“) den Literaturpreis 2019 des Nordischen Rates gewonnen. Als Hauptfiguren hat der 28-jährige dänische Schriftsteller unter anderem einen minderjährigen Strichjungen in Mexiko und ein trauerndes Paar nach dem Verlust ihrer Zwillingstöchter gewählt. Der Preis ist mit 350.000 Kronen dotiert. Nach der Schriftstellerin Kirsten Thorup vor zwei Jahren ist kein dänischer Autor ausgezeichnet worden.

 

Zweiklassenmedizin bei Eierstockkrebs

Der dänische Medizinrat (Medicinrådet) hat ein neues Arzneimittel bei Eierstockkrebs erforscht und es nur für einen bestimmten Teil der Frauen zugelassen, berichtet der Sender „Danmarks Radio“. Das Medikament wird bereits in vielen anderen Ländern verwendet, etwa wie in Deutschland, um ein erneutes Auftreten der Krebserkrankung zu vermeiden. Nur die Eierstockkrebs-Erkrankten mit einem Gendefekt können damit in Dänemark behandelt werden, weil eine viel längere positive Auswirkung auf den Patienten mit dem Gendefekt beobachtet wurde. Der unterschiedliche Preis der Behandlung ist allerdings laut dem Gesundheitsökonom Jes Søgaard der Süddänischen Universität (SDU) ein Problem: Für Krebserkrankte ohne Gendefekt seien die Preise des Medikamentes 6-7 mal höher als für die Patienten mit Gendefekt. Der Grund dafür ist, dass nur die Patienten mit einem Gendefekt im Voraus eine vergleichbare (sammenlignelig) Behandlung bekommen.

 

Novozymes hat neue Chefin gefunden

Das dänische Biotechunternehmen Novozymes hat eine Nachfolgerin für den am Ende des Jahres scheidenden Chef Peder Holk Nielsen gefunden. Die Spanierin Ester Baiget, die von einem Posten als Business-Präsidentin bei „Dow Industrial Solutions“ kommt, übernimmt die Leitung ab dem 1. Februar 2020. Derzeit wohnt sie in der Schweiz, plant allerdings, im kommenden Jahr nach Dänemark zu ziehen. „Ester ist eine erfahrene internationale Chefin, die wirklich starke Ergebnisse in Bezug auf profitables Wachstum und Veränderungsmanagement erzielt hat, so der Vorstandsvorsitzende von Novozymes, Jørgen Buhl Rasmussen, in einer Pressemitteilung.

 

Sydbank senkt Grenze für Negativzins und streicht Stellen

Die Sydbank streicht Stellen und senkt die Grenze, ab der Negativzinsen in Kraft treten. Das gab die Bank mit Hauptsitz in Apenrade am Mittwoch im Zuge der vorgelegten Zwischenbilanz bekannt. Die Einnahmen will die Bank vor allem dadurch erhöhen, dass mehr Kunden mehr Negativzinsen für ihre Einlagen zahlen sollen. Künftig liegt die Grenze bereits bei 750.000 Kronen, und der Zinssatz wird auf minus 0,75 Prozent gesenkt. Um die Ausgaben zu senken, soll es künftiger weniger Stellen geben. Laut Bank ist die Mitarbeiterreduzierung „eine Folge der Automatisierungsprozesse“.

 

Riisager will Parteivorsitzende werden

Die frühere Unterrichtsministerin Merete Riisager (Liberale Allianz) möchte Vorsitzende ihrer Partei werden. Sie kündigte an, sich für die Wahl im kommenden Frühjahr als Kandidatin aufstellen zu lassen. „Ich werde für das Amt kandidieren, weil ich der Meinung bin, dass die Liberale Allianz nun mehr denn je gebraucht wird. Die Systemparteien sind nun am Zug. Dänemark ist durch funktionierendes Unternehmertum, das Vereinsleben und seine Freiheitsrechte reich und sicher geworden. Die Liberale Allianz spielt im Kampf für diese Verhältnisse eine entscheidende Rolle“, so Riisager zur Nachrichtenagentur Ritzau. Bei der Parlamentswahl im Juni dieses Jahres verlor die Liberale Allianz neun von 13 Mandaten. Im Anschluss verließen viele Parteigrößen ihre Posten. Darunter auch der Parteivorsitzende Anders Samuelsen.

 

Ministerin löst Prostitutions-Arbeitsgruppe auf

Eine Arbeitsgruppe mit Personen aus acht Ministerien, die unter der früheren VLAK-Regierung ins Leben gerufen wurde, um herauszufinden, wie die Arbeitsbedingungen von Prostituierten verbessert werden können, wird nun auf Initiative der Sozial- und Innenministerin Astrid Krag (Sozialdemokraten) ergebnislos gestoppt und aufgelöst. Die Arbeitsgruppe sollte unter anderem Möglichkeiten erarbeiten, wie das Recht von Prostituierten auf Arbeitslosen- und Krankentagegeld gesichert werden kann. Doch die Ministerin hält dies für einen komplett falschen Ansatz: „In meinen Augen ist es völlig falsch und eine seltsame Verschönung, über Prostitution als einen Beruf zu sprechen, der mit dem eines Tischlers oder einer Grundschullehrerin vergleichbar ist. Prostitution ist in erster Linie ein soziales Problem. Wir möchten sehr gerne dazu beitragen, die Bedingungen für Prostituierte zu verbessern. Allerdings wollen wir es ehrgeiziger machen und mehr erreichen als die vorherige Regierung, so die Ministerin zu Ritzau. Sie kündigte an, sich bei den laufenden Haushaltsverhandlungen für das kommende Jahr dafür einzusetzen, dass Geld für Initiativen abgesetzt wird, die Menschen aus der Prostitution heraushelfen.

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