Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Symbolbild Foto: DPA

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Mediennutzung: Digitaler Nachrichtenkonsum überholt gedruckte Zeitung

Drei von vier Dänen schauen immer noch gern traditionelles Fernsehen. Dies geht aus dem Bericht über den Mediengebrauch in Dänemark im Jahr 2018 hervor, herausgegeben von der Schloss- und Kulturbehörde. Aber das Streamen von Filmen oder Serien wird beliebter. Waren es laut Bericht 2017 54 Prozent der Bevölkerung, schauten im vergangenen Jahr 3 Prozent mehr, ohne auf die richtige Uhrzeit achten zu müssen, einen Film über einen Streamingdienst an. Eine Neuheit 2018: Erstmals haben im vergangenen Jahr mehr Menschen über 12 Jahre, nämlich 1.916.000, sich an einem durchschnittlichen Tag digital mit Nachrichten versorgt, als ihre Nase in eine gedruckte Tageszeitung gesteckt (1.624.000). Die Auflage der Zeitungen sinkt weiter.16 von 32 Tageszeitungen haben mehr als 10 Prozent ihrer Leser im Jahr 2018 verloren. Doch konnten drei mittelgroße Zeitungen ihre Auflage steigern. Für die meisten gilt aber: Der digitale Auftritt erreicht mehr Menschen als das gedruckte Wort.

Mehr Dänen überleben Herzstillstand

Am Mittwoch feiert Dänemark zum siebten Mal den Defibrillatorentag: Überall im Land haben Kinder und Erwachsene die Möglichkeit, die Erste-Hilfe-Methode, bei der ein Defibrillator zum Einsatz kommt, zu erlernen. Unter 5.400 Menschen, die vergangenes Jahr in Dänemark außerhalb des Krankenhauses einen Herzstillstand hatten, überlebten 813 – das heißt 16 Prozent, geht aus einem Bericht der dänischen Stiftung „TrygFonden” und des dänischen Rates für Wiederbelebung hervor. Noch 2001 überlebten weniger als 4 Prozent. Eine schnellere Hilfe heute erklärt diese deutliche Verbesserung: Mehr als 9 Prozent der Menschen, die 2018 einen Herzstillstand hatten, wurden noch vor der Ankunft des Rettungswagens mithilfe eines Defibrillators gerettet. Es gebe zum Glück mehr und mehr solcher Geräte in privaten Wohnungen, in denen die große Mehrheit der Herzstillstände stattfindet, so „TrygFonden”.

Meld und Feld: Olaf übergibt an Wirtschaftspolizei

Die EU-Anti-Korruptionsbehörde Olaf ist überzeugt, dass die Vorgänge in der europäischen Partei Meld und dem dazugehörigen Fonds Feld so gravierend sind, dass sie die Sache an die zuständigen Behörden der betreffenden EU-Staaten weitergibt – unter anderem an die dänische Abteilung der Polizei für Wirtschaftskriminalität (bagmandspoliti). Olaf hatte im Jahr 2015 die Ermittlungen aufgenommen und festgestellt, dass die EU-Partei 4,4 Millionen Kronen EU-Mittel unrechtmäßig verwendet hatte. Mitglieder der Dänischen Volkspartei waren im Meld-Vorstand und Morten Messerschmidt von der Dänischen Volkspartei einige Zeit Vorsitzender der Partei.

 

Weniger Einbrüche, mehr Gewaltopfer

Laut der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik ist die Zahl der Einbrüche und Diebstähle in Dänemark die niedrigste in mehr als 20 Jahren. Im dritten Quartal des Jahres wurden im Königreich 71.702 Einbrüche, Diebstähle und andere sogenannte Eigentumsdelikte gezählt. Im Vergleich zu 2009 ist das ein Rückgang um 39,3 Prozent. Von der Hälfte aller Einbrüche sind private Wohnungen betroffen; die andere Hälfte machen Einbrüche in Vereinen und Sommerhäusern aus. Allerdings stieg die Zahl der Taschendiebstähle saisonbereinigt. Insgesamt führt die Entwicklung zu einer Verminderung des Druckes auf die Polizei. Doch hatte die Zeitung „Jyllands-Posten“ kürzlich berichtet, dass die Polizei in einem Drittel der Einbruchsfälle nichts unternimmt, also auch keine Spuren sichert. Der Polizeiverband erklärt dies mit mangelnden Ressourcen. Ebenfalls keine gute Nachricht: Laut Danmarks Statistik ist die Zahl der Gewaltopfer in den vergangenen drei Jahren gestiegen. 2018 waren es 13.863.

 

Juristen zweifeln an Rechtmäßigkeit von Einzelhaft

In den vergangenen Jahren ist der Zeitung „Information“ zufolge der Gebrauch von Einzelhaft (isolationsstraf) stark gestiegen. Der Zeitung zufolge sehen dies Juristen als problematisch an und verweisen auf die europäische Menschenrechtskonvention.

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