Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

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Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: JT

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Neue Abmachung sorgt für 30.000 Bußgelder

Seit dem 1. Juli haben die Behörden in Dänemark sich dem EU-weiten System angeschlossen, nach Verkehrsvergehen dänischer Autofahrer in EU-Nachbarländern auf Ersuchen der Staaten, in denen ein Delikt begangen worden ist, die Adressen der Verkehrssünder herauszufinden, um die Zustellung eines Bußgeldbescheides zu ermöglichen. Zuvor gab es für dänische Autofahrer meist keine Konsequenzen, wenn sie beispielsweise in Deutschland wegen Verstoßes gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen „geblitzt“ worden waren. Aus Deutschland gab es Post für Verkehrssünder mit Zahlungsaufforderungen in dänischer Sprache. Wer nicht zahlt, muss mit einem Inkassoverfahren rechnen. Wie die Nachrichtengentur Ritzau meldet, wurden laut der Versicherung Gjensidige Forsikring, die Daten der zuständigen Reichspolizei angefordert hat, bereits 30.000 dänische Autofahrer wegen Verkehrsvergehens im Ausland über das Register aufgespürt. Wie viel an Bußgeld gezahlt wurde, wurde nicht erwähnt.

 

NemID wird 2021 rein digital

Die Bürger, die in ihrem Alltag in Dänemark beim Umgang mit Behörden und Geldinstituten schon seit Jahren zur Nutzung des Digitalwerkzeugs NemID verpflichtet sind, müssen sich im Jahr 2021 von der laminierten Pappliste mit den Zahlenkombinationen verabschieden, die Zugang zu Informationen der Behörden geben oder für Durchführung von Banküberweisungen erforderlich sind. Das hat die staatliche Digitalisierungsbehörde Digitaliseringsstyrelsen mitgeteilt. Anstelle der Pappkarten sollen nur noch „Nøglekort“ per App verwendet werden. 1,8 Millionen Bürger nutzen bereits die App-Funktion. 3,2 Millionen verwenden das System mit der laminierten Zahlenkarte. Es wurde auch mitgeteilt, dass das System statt NemID künftig unter dem Namen MitID arbeiten soll. Die Seniorenorganisation Ældre Sagen hat Vorbehalte gegen die Neuerung angemeldet. Sie fordert, dass es weiterhin eine analoge Alternative zum System mit App und Smartphone geben müsse. Längst nicht alle Bürger verfügten über ein Smartphone.

Börse

Der Leitindex C 25 an der Kopenhagener Börse erlebte gestern nach einem turbulenten Handelstag bis zum Handelsschluss einen deutlichen Aufschwung. Er legte um 2,1 Prozent zu. Der Schlussstand lag bei 1.172,97. Gestern Vormittag hatten gegen 11 Uhr technische Probleme den Handel an den Börsen in ganz Nordeuropa und in den baltischen Staaten lahmgelegt. In Kopenhagen lief der Betrieb erst wieder um 16.15 Uhr. Zulegen konnten trotz der Handelsunterbrechung insbesondere die Aktien der Unternehmen DSV Panalpina (+ 7,4 Prozent), Chr. Hansen und Novo Nordisk. Danske Bank verlor 4 Prozent.

 

Problem mit blumenfressenden Rehen scheint gelöst

In den vergangenen Monaten hatten drei Rehe auf dem Østre-Friedhof in Horsens den Blumenschmuck auf den Gräbern als Nahrungsquelle für sich entdeckt – sehr zum Verdruss der Friedhofsbesucher. Weil der Schaden groß war, hatte die Friedhofsverwaltung den Abschuss der Tiere in Betracht gezogen. Nun hat die Sache sowohl für die Rehe als auch für die Angehörigen ein gutes Ende gefunden, meldet TV2 Østjylland. Zum Glück seien die Tiere von selbst verschwunden, als das Gebüsch entfernt wurde, in dem sich die Rehe gerne versteckten, so Friedhofsleiter Dennis Georg Næser. Seit Ende der Woche 41 sind die Tiere nun fort und haben dem Friedhof keinen Besuch abgestattet.

 

Regnerischer Novemberstart

Das erste November-Wochenende wird laut neuesten Vorhersagen des dänischen Meteorologischen Institutes (DMI) im Regen versinken. Die Sonnenstunden am Freitag seien lediglich ein kurzes Vergnügen, so der DMI-Meteorologe Klaus Larsen. „Wir haben eine große Wolkendecke mit viel Regen, die sich von Westen über Dänemark zieht. Der Regen wird uns am Sonnabend und Sonntag ärgern“, so Larsen. Das Institut schätzt, dass im Laufe des Wochenendes durchschnittlich zehn Millimeter Regen fallen werden. Die Temperaturen liegen zwischen 10 und 13 Grad Celsius. Die kalten Nächte seien vorerst vorüber.

 

Klimaziele: Regierung lehnt Sanktionen ab

Die Stützparteien der Regierung haben in der vergangenen Woche angekündigt, dass sie in den Klimaverhandlungen die Forderung nach Sanktionen einbringen wollen, die kommenden Regierungen drohen sollen, wenn diese sich nicht an die vereinbarten Klimaziele halten. Wie die Zeitung „Politiken“ nun berichtet, will die Regierung keine geforderten Sanktionen festlegen, sondern die zuständigen Minister künftig lediglich verpflichten, eine Erklärung abzugeben, wenn gesetzte Ziele nicht eingehalten werden. Kritik kommt von den Radikalen. Aus Sicht der klimapolitischen Sprecherin, Ida Auken, sei dies viel zu wenig. Der Minister müsse verpflichtet werden zu handeln, wenn die Ziele nicht erreicht werden.

 

Brexit: Mehr Briten wollen dänische Staatsbürgerschaft

Die Zahl der britischen Bürger, die sich um eine dänische Staatsbürgerschaft bemühen, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Ausländer- und Integrationsbehörde. Zwischen 2017 und 2019 ist demnach die Zahl von 134 auf 489 Personen gestiegen, die eine dänische Staatsbürgerschaft beantragen. „Ich glaube, dass die steigenden Staatsbürgerschafts-Anträge aus Großbritannien mit dem Brexit in Verbindung gebracht werden können“, erklärt der dänische Ausländer- und Integrationsminister, Mattias Tesfaye (Sozialdemokraten), gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau.

 

Danske Bank verliert weiter Kunden

Immer mehr Kunden kehren der dänischen Großbank Danske Bank den Rücken. Demnach seien laut der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau allein im Herbst 5.300 Kunden regelrecht geflüchtet und haben insgesamt seit Jahresanfang 18.900 Kunden verloren. Zugleich sei die Kundenzufriedenheit jedoch gestiegen, unterstreicht die Bank in einer Pressemitteilung.

 

23 Kommunen fehlt ein Plan für den Brandschutz in Pflegeheimen

Im vergangenen Jahr verloren drei Menschen ihr Leben bei einem Brand in einem Pflegeheim. In diesem Jahr waren es sogar fünf. Der frühere Wohnungsminister Ole Birk Olesen (Liberale Allianz) forderte alle 98 Kommunen bereits im Oktober 2018 dazu auf, die aktuellen Pläne für Brandsicherheit in ihren Pflegeheimen vorzulegen. Bis zum 19. November 2018 hatten sie Zeit. Vier Kommunen haben bis heute nicht geantwortet. Von den anderen 94 Kommunen hat der größte Teil eines oder mehrere Pflegeheime, deren Brandschutz nicht den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Das zeigt eine Akteneinsicht des Radiosenders „Radio4“ in Unterlage der Wohnungsbehörden. 23 Kommunen haben bis heute keinen vorschriftsmäßigen Plan für die Brandsicherheit ihrer Pflegeeinrichtungen vorgelegt. Der neue Wohnungsminister, Kaare Dybvad (Sozialdemokraten), will die Regeln nun verschärfen, damit es für die Kommunen nicht mehr möglich ist, die Anforderungen zu missachten. „Für die Brandschutzanforderungen bedeutet dies, dass ein für alle Mal festgestellt wird, dass keine Ausnahmen beim Brandschutz zugelassen werden. Die Bestimmung soll voraussichtlich am 1. Januar 2020 in Kraft treten“, so der Minister zu „Radio4“.

 

Konservative wollen Neu-Dänen auf demokratische Werte hin interviewen

Geht es nach den Konservativen, soll es künftig nicht ausreichend sein, dass Personen den Einbürgerungstest bestehen, wenn sie dänischer Staatsbürger werden wollen. Die Partei fordert, dass sich die Personen auch einem Interview stellen müssen, bevor sie den dänischen Pass erhalten. „Wir denken, dass man von Menschen, die dänische Staatsbürger werden wollen, verlangen kann, dass sie Dänemark und die dänische Demokratie unterstützen. Wir konnten in den vergangenen Jahren sehen, dass wir die Staatsbürgerschaft an Menschen gegeben haben, die dies nicht tun. An Menschen, die zum Beispiel ausreisen und für den Islamischen Staat kämpfen. Diese sollten niemals eine dänische Staatsbürgerschaft erhalten“, so der Sprecher für Einbürgerung der Konservativen, Rasmus Jarlov. Die Idee der Partei ist, dass ein Richter die Interviews mit den Staatsbürgerschaftsanwärtern führen soll. Venstre hat bereits angekündigt, nicht abgeneigt zu sein und über den Vorschlag diskutieren zu wollen.

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