Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

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Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Klaus Dreyer/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Lokalpolitik trotz Zeitungssterben

In den vergangenen Jahren sind viele Lokalredaktionen der Zeitungen und viele Regionalblätter in Dänemark geschlossen worden und auch viele kostenlosen Wochenzeitungen sind verschwunden. Trotz des Zeitungssterbens sind die Kommunen der Ansicht, dass die Berichterstattung über die Kommunalpolitik nicht gelitten hat. Eine Umfrage des Mediums Kommunen.dk das sich besonders an kommunale Entscheidungsträger richtet, auf Basis von Antworten von 65 Repräsentanten der Kommunen, hat ergeben, dass 63 Prozent der Kommunen mit der Berichterstattung zufrieden seien. 97 Prozent der Kommunen verfügten über mindestens eine Lokalredaktion und bei 85 Prozent der Stadtratssitzungen sei mindestens ein Journalist zugegen gewesen. Allerdings wird auch mitgeteilt, dass die Berichterstattung aus dem Berieb der Kommunen immer mehr durch Informationsmitarbeiter der Kommunen erfolgt. Das sei bedenklich, so der frühere Lokaljournalist Mogens Lorentzen.

28-Jährige bei Abbiegeunfall tödlich verletzt

Im Kopenhagener Stadtteil Amager ist eine 28-jährige Radfahrerin gestern vormittag tödlich verletzt worden. Im Bereich der Kreuzung der Straßen Njalsgade/Amagerfælledvej wurde die Frau von einem Lkw erfasst, dessen Fahrer mit dem schweren Fahrzeug nach rechts abbog und die Frau überrollte.

Heideblüte in ganz Dänemark farbenprächtig

Die staatliche Naturschutzbehörde Naturstyrelsen ruft die Bevölkerung zu Besuchen in den Heiden des Landes auf. Sie weißt darauf hin, dass die Blüte der dort heimischen Zwergsträucher in diesem Jahr besonders prachtvoll ist, da den Pflanzen die Trockenheit im vergangenen Jahr und das wechselnde Wetter in diesem Jahr gut getan hat. In Nordschleswig kann man auf der Insel Röm, seltener im Binnenland, noch große Flächen mit Heidekraut sehen. Auf dem Foto blühende Glockenheide (Erica Tetralix)aus dem Bereich Emmerleff, die im Bereich feuchter Heiden gedeiht. Sie duftet besonders stark und blüht vor der dominierenden Besenheide.

Schwedischer Verdächtiger wird nach Dänemark ausgeliefert

Der schwedische Staatsbürger, der in Verdacht steht, für die Explosion nahe der Kopenhagener Steuerbehörde in der vergangenen Woche verantwortlich zu sein, wird nach Dänemark ausgeliefert. Das hat das zuständige Amtsgericht in Malmö entschieden, nachdem er am Freitagnachmittag einem Richter vorgeführt wurde. Außerdem entschied das Gericht, dass der junge Schwede weiterhin in Haft bleiben wird und die in seiner Wohnung beschlagnahmten Gegenstände an die dänische Polizei ausgehändigt werden. Wie die Nachrichtenagentur Ritzau berichtet, handelt es sich bei den Gegenständen um einen Computer, ein Telefon, einen USB-Stick sowie Kleidung und Schuhe des Verdächtigen.

Internationale Studenten als gratis Arbeitskräfte

An der Universität Kopenhagen arbeiten internationale Doktoranden Vollzeit ohne Bezahlung, auch wenn sie dieselben Aufgaben erledigen wie ihre dänischen Kollegen. Wie das Fachblatt „Magisterbladet” berichtet, leben sie stattdessen von schmalen Stipendien aus ihrem Heimatland. Normalerweise bekommen an einer dänischen Universität angestellte Doktoranden etwa 30.000 Kronen im Monat mit Zulagen. Chinesische Doktoranden beispielsweise haben dagegen umgerechnet 10.500 Kronen zum Leben, bezahlt vom chinesischen Staat. Die Stipendiaten haben außerdem nicht dieselben Rechte, wie die dänischen Studenten oder Arbeitnehmer, schreibt „Magisterbladet”. „Kopenhagens Universität muss sofort etwas tun”, sagte Camilla Gregersen, Vorsitzende von „Dansk Magisterforening”, dem Fachblatt.

Gesetzgebung bremst Einsatz gegen steigendes Grundwasser

Viele Orte in Dänemark kämpfen mit einem steigenden Grundwasserspiegel. Das kann für Baueigentümer und Gemeinschaftsfonds teuer werden, da das Grundwasser in trockene Keller dringt und Gärten und Felder in Sümpfe verwandelt. Wie die Zeitung „Ingeniøren“ berichtet, ist die Ursache für das Problem eine Kombination aus vielen Faktoren und wird sich in den kommenden Jahren beispielsweise durch die Klimaveränderungen noch verstärken. Die Gesetzgebung sieht das steigende Grundwasser als ein Problem des Hauseigentümers, der auf den Kosten für die Lösung des Problems sitzen bleibt. „Durch Untersuchungen wissen wir, dass die einzig richtige Lösung ist, den Bereich zu entwässern. Falls wir – wenn wir ohnehin schon graben – ein drittes Rohr verlegen würden, das das Wasser des Entwässerungsrohres ableiten und selbst der Entwässerung dienen würde, würden zusätzliche Kosten in Höhe von fünf bis zehn Prozent anfallen. Das dürfen wir aber nicht. Es wird also viel teurer, wenn die Eigentümer im Nachhinein wieder graben müssen“, sagt Benny Nielsen, Abteilungsleiter für Planung und Projekte bei Herning Vand, der Zeitung.

Mehr „Regenbogen-Familien“ in Dänemark

Die Zahl der Kinder, die in „Regenbogen-Familien“ aufwachsen, also Familien mit gleichgeschlechtlichen Elternteilen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Neue Zahlen von Danmarks Statistik (DST) zeigen, dass es nun 1.465 dänische Familien mit homosexuellen Elternteilen gibt. „Es ist erfreulich, dass es mehr „Regenbogen-Familien“ gibt, und das zeigt, dass bessere Voraussetzungen geschaffen wurden, um diese Familien zu gründen“, sagt Susanne Branner Jespersen, Generalsekretärin der Vereinigung für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender, der Nachrichtenagentur Ritzau. Grund dafür sei, laut Branner Jespersen, unter anderem das Kindergesetz aus dem Jahre 2007, durch das sich strukturelle Veränderungen ergeben hätten.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Schon gewonnen“