Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Brianna Santellan/Unsplash (Symbolfoto)

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Die Regierung sagt Lohnerhöhungen für ihre Minister ab

Die dänischen Minister hätten für das neue Jahr mehr verdienen sollen. Aber diese Erhöhung wurde annulliert, sagte das Steuerministerium. Die Regierung storniert die geplante Lohnerhöhung an die Minister in Höhe von fünf Prozent, die ansonsten in ihrer Haushaltsrechnung enthalten gewesen wäre. Dies teilte das Ministerium für Steuern mit. Die parlamentarischen Parteien haben bereits begonnen, den Rahmen für die Lohnbedingungen der Politiker zu prüfen. „Daher ist es auch selbstverständlich, dass wir in erster Linie dafür sorgen, dass die Minister keine Gehaltserhöhung erhalten. Wir werden die Kürzung zunächst um ein Jahr verlängert, damit wir genügend Zeit haben, eine dauerhafte und faire Lösung zu finden“, kommentiert Finanzminister Morten Bødskov (Soz). Die Kürzung geht auf den damaligen Premierminister Lars Løkke Rasmussen (V) zurück, der 2010 im Zusammenhang mit der Finanzkrise eine vorübergehende fünfprozentige Lohnkürzung für die Minister durchführte. Diese wurde mehrmals verlängert, sollte jedoch 2019 auslaufen. Daher war die Lohnerhöhung Teil der Steuergesetzgebung der Regierung, die die Debatte ausgelöst hat.

 

Politik stellt 100 Millionen Kronen für Ausbildung zur Verfügung

Es sind zusätzliche Anstrengungen erforderlich, um Ungelernte auszubilden, damit mehr Menschen Arbeit bekommen können. Aus diesem Grund hat eine Mehrheit im dänischen Parlament eine Vereinbarung über die Qualifizierung von ungelernten Arbeitnehmern in Höhe von 102 Millionen Kronen getroffen. Dies teilte Arbeitsminister Peter Hummelgaard (Soz.) am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau mit. Das Abkommen soll sicherstellen, dass auch Menschen am Rande des Arbeitsmarktes den wirtschaftlichen Aufschwung spüren, sagt er. Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass Personen mit Sozialhilfe Kurse in Fächern erhalten können, in denen mehr Kräfte benötigt werden. Darüber hinaus soll das Jobrotationsprogramm (jobrotationsordningen) im Jahr 2020 verstärkt werden. Zusätzlich werden die Parteien ein Trainee-Programm für Absolventen ausbauen, die zusätzliche Unterstützung für den Eintritt in den Arbeitsmarkt erhalten. Hinter dem Abkommen stehen die Sozialdemokraten, die Radikalen, Venstre, die Dänische Volkspartei und die Konservativen.

 

Neuer Umweltplan kommt nächstes Jahr

Das Umweltministerium wird 2020 in Zusammenarbeit mit den dänischen Regionen einen Reinigungsplan einführen, berichtet die dänische Presseagentur „Ritzau“. Der Limfjord, wo giftiger Müll deponiert wurde, wird nach der Umweltministerin Lea Wermelin (Soz.) besonders betroffen sein. Die Reinigung der Orte, die am meisten verschmutzt sind, soll zwei bis vier Milliarden Kronen kosten. Allerdings bleibt es unklar, wie lange das Projekt dauern wird: „Wir kennen weder die Kosten noch die Technik für alle Anlagen“, sagt die dänische Umweltministerin. „Deshalb ist es nicht möglich, präzise zu sagen, wie schnell wir es machen können“. Daraufhin kritisieren die Oppositionsparteien die lange Zeit, die die Regierung sich nimmt.

 

Kürbisse auf dem Vormarsch

Dass die amerikanische Halloween-Tradition sich auch in Dänemark verbreitet hat, zeigt sich nicht nur an den geschmückten Häusern und verkleideten Menschen, sondern auch in der Zahl der Kürbis-Felder. Diese haben sich in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt, wie neue Zahlen der dänischen Landwirtschaftsbehörde zeigen. Wo 2015 noch auf 234 Hektar Kürbisse angebaut wurden, sei das Areal 2019 um 114 auf 348 Hektar gestiegen. Das entspricht rund 487 Fußballfeldern. „Am beliebtesten sind weiterhin die Hokkaido-Kürbisse für Suppen und die großen Halloween-Kürbisse”, so der Abteilungsleiter der Behörde, Peter Byrial Dalsgaard.
 

Todesstrafe für Marokko-Mörder bestätigt

Ein Berufungsgericht in Marokko hat die Todesstrafe gegen die drei Haupttäter, die ein dänisches und ein norwegisches Mädchen ermordet haben, bestätigt. Darüber hinaus wurde das Urteil eines Mittäters von lebenslanger Haft auf Todesstrafe erhöht, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt seien 24 Männer in dem Fall verurteilt worden. Die 20 übrigen Täter wurden zu Haftstrafen zwischen 5 und 30 Jahren verurteilt. Bei einer Wanderung im marokkanischen Atlas-Gebirge waren die 24-jährige Louisa Vestager Jespersen und die 28-jährige Maren Ueland im vergangenen Dezember überfallen und ermordet worden.
 

Mary Schirmherrin der Pride

Die dänische Kronprinzessin Mary wird die Schirmherrin der Worldpride-Veranstaltung für Homo- und Transsexuelle 2021 in Kopenhagen sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Es ist das erste Mal, dass eine königliche Person sich an die Spitze einer solchen Bewegung stellt. „Als Dänin bin ich stolz, dass Kopenhagen Gastgeber der Worldpride sein wird. Wir können nicht akzeptieren, dass einige Menschen in unserer heutigen Welt Intoleranz und Diskriminierung aufgrund ihrer Sexualität erleben”, so die Kronprinzessin.
 

Bericht: Staat hat Absprache zur Integration versäumt

Es hätte ein Meilenstein im Bereich der Integration von Flüchtlingen sein sollen. Doch die Dreierverhandlungen 2016 zwischen der VLAK-Regierung und den Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie der dabei vereinbarten Beschäftigung von Flüchtlingen ist ins Stocken geraten. Das zeigt ein neuer Bericht der dänischen Aufsichtsbehörde (Ankestyrelsen), worin insbesondere der Staat und die Kommunen ihren Teil der Vereinbarung versäumen, berichtet die Tageszeitung „Berlingske“.

 

Mehr Personen auf dem Arbeitsmarkt lassen Arbeitslosigkeit stagnieren

Obwohl 400 Personen im September neu in Jobs gekommen sind, hat sich die Arbeitslosigkeit in Dänemark nicht verändert. Insgesamt sind 104.300 Personen derzeit ohne Arbeit. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent, was genau dem Niveau vom Ende des vergangenen Jahres entspricht. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik. Dass die Arbeitslosigkeit stagniert, obwohl die Zahl der Arbeitslosen fällt, hängt damit zusammen, dass es mehr Menschen auf dem Arbeitsmarkt gibt. Gründe dafür sind unter anderem das steigende Rentenalter und dass mehr Ausländer auf den Arbeitsmarkt kommen. Mehrere Wirtschaftswissenschaftler sehen die Entwicklung als ein positives Zeichen, weil einige Nachbarländer Dänemarks – darunter Deutschland – derzeit wirtschaftlich stagnieren.

 

Niedrige Zinsen sorgen für Hauskauf-Explosion

Immobilienmakler in Dänemark hatten in Sachen Häuserverkauf in diesem Jahr alle Hände voll zu tun. Laut neuen Zahlen wurden allein im August landesweit 4.322 Häuser verkauft. Nur den Verkauf der ersten acht Monate des Jahres betrachtet, war dieser seit 2007 nicht mehr so hoch. Der Ökonom Anders Christian Overvad von „Arbejdernes Landsbank“ macht vor allem die fallenden Zinsen für die Kauffreudigkeit der Dänen verantwortlich. „Die Zinssenkungen kommen in einer Zeit, in der es der Wirtschaft in Dänemark richtig gut geht. Die Beschäftigung ist so hoch wie nie, und die Löhne steigen. Das macht den Dänen Appetit auf einen Hauskauf“, schreibt Overvad in einem Kommentar. Nicht nur die Zahl der verkauften Häuser ist gestiegen – auch die Preise sind hochgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Kosten für ein Haus derzeit um 3,2 Prozent höher, zeigen Zahlen der Statistikbehörde Danmarks Statistik.

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