Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Venstre-Parteichef Jakob Ellemann-Jensen Foto: Ida Guldbæk Arentsen/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Heimgekehrter Syrienkrieger in Untersuchungshaft

Der IS-Krieger Ahmad el-Haj muss wegen Terrorgefahr in Untersuchungshaft. Die Polizei hatte den 28-jährigen Dänen mit Wurzeln in Palästina nach seiner Ausweisung aus der Türkei am Montag bei seiner Ankunft in Dänemark verhaftet. Ahmad el-Haj, der nach einer Kriegsverletzung im Rollstuhl sitzt, wird Terrordrohung, öffentlicher Aufruf zu Verbrechen und Aufenthalt in einem „verbotenen Gebiet“ vorgeworfen – einem Gebiet, für das die dänische Regierung ein Einreiseverbot verhängt hat. Der Mann bestreitet die Vorwürfe. In der Türkei wurde er zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Vergangene Woche kündigte der türkische Innenminister an, IS-Krieger in ihre Heimatländer zurückzuschicken; el-Haj stand offenbar an oberster Stelle der Liste. Montag ließ Staatsministerin Mette Frederiksen (Sozialdemokraten) wissen, die dänischen IS-Krieger seien in Dänemark nicht willkommen.

 

Die Börse am Dienstag

Die Börse schließt am Dienstag mit einem Leitindex auf Rekordniveau. Der Index beträgt 1.199,92 und ist damit um 0,4 Prozent gestiegen. Die Aktie von DFDS und Mærsk B zählten zu den Gewinnern des Tages. Das Unternehmen DFDS legte um 7,4 Prozent zu und kam am Ende des Tages auf 293,60 Kronen. Die Aktie von Mærsk B kam mit einer Steigung von 2,1 Prozent auf 9.172 Kronen.

 

Gewalt der Stürme nimmt zu

Der Klimawandel macht Tropenstürme und Orkane von Jahr zu Jahr größer und zerstörerischer, berichtet das Wissenschaftsjournal videnskab.dk und bezieht sich auf neue dänische Forschungsergebnisse. Diese zeigen, dass noch vor 100 Jahren amerikanische Tropenstürme durchschnittlich ein Gebiet von 500 Quadratkilometern zerstörten. Mittlerweile sind es 1.500 Quadratkilometer. Laut Aslak Grinsted vom Niels-Bohr-Institut der Universität Kopenhagen schauten die Wissenschaftler nicht auf den wirtschaftlichen Verlust in Millionen Dollar, sondern auf das Gebiet, in dem der Sturm menschliches Hab und Gut komplett zerstörte. Der wirtschaftliche Verlust kann irreführend sein, da sich der Wohlstand in einem Gebiet und damit auch der Verlust im Verlauf der Jahrzehnte verändern kann. Ein starker Sturm führt zudem in einem dünner besiedelten Gebiet zu einem geringeren wirtschaftlichen Schaden als in einem Gebiet mit hoher Bevölkerungsdichte. 247 Tropenstürme und Orkane zwischen 1900 und 2018 flossen in die Untersuchung ein.

 

Neue Regel macht ein „Nein“ zur Wiederbelebung schwerer

Nach Aussage der Interessenorganisation Ældre Sagen haben ältere, geschwächte Menschen seit Einführung einer neuen Richtlinie weniger Möglichkeiten, auf eine Wiederbelebung zu verzichten. Dies berichtet die Zeitung „Kristeligt Dagblad“. Die neue Richtlinie der Behörde für Patientensicherheit ist seit dem 1. November in Kraft; sie stellt anders als bisher fest, dass eine, so die Behörde, „gewöhnliche Altersschwäche“ einem älteren Bürger nicht das Recht gibt, auf eine Wiederbelebung zu verzichten. Viele Mitglieder von Ældre Sagen fragen sich nun nach Aussage des Interessenverbandes, wie sie zu einem würdigen Abschluss des eigenen Lebens kommen. Gleichzeitig ist sich Ældre Sagen im Zweifel, ob eine Patientenverfügung, so wie gewünscht, auch umgesetzt wird. Auch der Ärzteverein sieht die neue Leitlinie kritisch.

 

Vorschlag: Venstre will mehr Geld für grüne Umstellung

Die Oppositionspartei Venstre will in ihrem Haushaltsentwurf eine halbe Milliarde Kronen mehr in die grüne Umstellung investieren, als die Regierung in ihrem Entwurf plant. Das erklärt der Parteivorsitzende Jakob Ellemann-Jensen gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau. „Mit dem Geld könnte man unter anderem die Klimaforschung unterstützen oder die Reduzierung der Treibhausgase durch die Landwirtschaft voranbringen“, so Ellemann. Das Geld hierfür soll aus einem Reservetopf von insgesamt 2,1 Milliarden Kronen stammen. Es ist der erste Vorschlag Ellemanns, seitdem er im September das Ruder an der Spitze von Venstre übernommen hat. jt

 

Mädchen stirbt, Autofahrer in U-Haft

Ein 50-jähriger Autofahrer, der am Montag ein Mädchen auf einem E-Tretroller angefahren und getötet hatte, ist in Untersuchungshaft gekommen. Ihm werde fahrlässige Tötung in einem besonders schweren Fall vorgeworfen, so die Polizei von Nordjütland. Nach deren Angabe stand der Mann zur Tatzeit am Montagmorgen um 7.25 Uhr unter Einfluss von Rauschmitteln – Cannabis und Amphetamin – und fuhr rücksichtslos. Der Mann bestreitet laut nordjyske.dk, unter Drogeneinfluss gefahren zu sein, gab aber zu, die Zwölfjährige angefahren zu haben. Haschisch will er am Sonnabend konsumiert haben. Das Unglück geschah auf einer Landstraße ohne Radweg, das getötete Mädchen trug einen Helm. Die U-Haft währt vorerst bis zum 16. Dezember. hm

 

Grenzkontrollen nach Schweden eingeführt

Ab Dienstag können Reisende zwischen Schweden und Dänemark in regelmäßigen Abständen erleben, dass sie bei der Einreise nach Dänemark ihren Pass vorzeigen müssen. Denn die dänische Regierung hat im Oktober beschlossen, dass an der Öresundbrücke und an den Fähranlegern von Helsingør, Frederikshavn, Grenaa und Rønne aufgrund der Schießereien und Explosionen in Kopenhagen vorübergehende Kontrollen eingeführt werden müssen. Das berichtet der öffentlich-rechtliche Nachrichtensender DR (Danmarks Radio).

 

Büchereien die meistbesuchten Kulturinstitutionen in Dänemark

Ein Hörbuch beim Abwasch oder ein E-Buch auf dem Weg zur Arbeit. Das digitale Angebot der dänischen Büchereien wird von den Bürgern fleißig genutzt. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 3,8 Millionen Hörbücher ausgeliehen, während die Ausleihe von E-Büchern von 2017 auf 2018 um 26 Prozent zunahm. Das zeigt ein neuer Bericht des Kulturministeriums in Zusammenarbeit mit der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik. Die einfache und schnelle Bedienung sei laut Jakob Heide, Chef der Büchereien in Kopenhagen, einer der Gründe, warum die Popularität der Büchereien zunimmt. „Aufgrund unserer Smartphones verwenden wir im Alltag schon eine Vielzahl an digitalen Angeboten. Deshalb denke ich, dass der einfache Zugang zu Hör- und E-Büchern eine entscheidende Rolle spielt“, so Heide zur Nachrichtenagentur Ritzau. jt

 

Grundwasser: Zwei von drei Proben weisen Pestizide auf

In 63 Prozent der im vergangenen Jahr entnommenen Wasserproben des dänischen Grundwassers durch die Forschungsinstitution Geus wurden eindeutig Pestizidreste nachgewiesen. Jede Vierte davon (rund 26 Prozent) überschritt dabei den Grenzwert von 0,1 Mikrogramm per Liter Wasser. Das berichtet die Fachzeitung „Ingeniøren“ anhand einer neuen Geus-Studie. Die Verschmutzung des Grundwassers hat demnach einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht. 2017 wurden lediglich Pestizide in 33 Prozent der Proben nachgewiesen, während jede zehnte den Grenzwert überschritt.

 

Steigende Zahl an Kreditangeboten vergeben

Im vergangenen Monat haben viele Bürger ihre Privatfinanzen durchforstet und überprüft, ob sie einen günstigeren Immobilienkredit bekommen können. Insgesamt wurden 50.780 Angebote der dänischen Kreditinstitute an potenzielle Kunden verteilt – die höchste Zahl in den vergangenen vier Jahren, berichtet die Interessenorganisation des Finanzsektors, Finans Danmark. Vieles deutet darauf hin, dass die Entwicklung, seinen Immobilienkredit aufgrund der niedrigen Zinsen umzuschulden, andauern wird, meint die Vize-Direktorin der Organisation, Ane Arnth Jensen. „Zuletzt wurde 2015, als die Zinsen auf die zwei Prozent zusteuerten, eine ähnlich große Zahl an Kreditangeboten vergeben“, so Jensen gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau. Ihr zufolge habe der feste Zinssatz von einem Prozent über die kommenden 30 Jahre das Interesse vieler Immobilienbesitzer geweckt. jt

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