Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Simon Emil Ammitzbøll-Bille Foto: Niels Ahlmann Olesen/Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Ammitzbøll kehrt LA den Rücken

Die Partei Liberale Allianz ist um einen Spitzenpolitiker ärmer: Simon Emil Ammitzbøll-Bille ist nach Uneinigkeit über die politischen Werte aus der Partei ausgetreten. Das teilte der ehemalige Minister für Wirtschaft und Inneres am Dienstag auf seiner Facebook-Seite mit. Ob er als parteiloses Parlamentsmitglied im Folketing weiterarbeitet, eine neue Partei gründet oder die Politik verlässt, war am Dienstag nicht bekannt. Die Liberale Allianz wurde im Juni nach der Wahl von 13 auf 4 Mandate dezimiert.

Radio24syv steht vor dem Aus

Der Sender Radio24syv geht aus der Angebotsrunde um eine DAB-Lizenz mit einer Laufzeit von vier Jahren als Verlierer hervor. Dies bestätigte Radiodirektor Jørgen Ramskov der Nachrichtenagentur Ritzau, der die neue Situation als „grotesk“ bezeichnet. Damit ist nach acht Jahren demnächst Schluss für den Sender, der ins Leben gerufen wurde, um dem Radiokanal P1 von Danmarks Radio Konkurrenz zu machen, und der im Laufe der Jahre viele Preise für seine Arbeit erhielt. Laut Nachrichtenagentur Ritzau wird Radio24syv bis 31. Oktober senden. Ursprünglich wollte der Sender weiter auf Ultrakurzwelle senden, doch Forderungen der ehemaligen Regierung veranlassten Radio24syv von einer Bewerbung um eine Frequenz Abstand zu nehmen. Dann kam die Hoffnung auf einen Platz im neuen DAB-Kanal auf. Diese Hoffnung bewahrheitete sich am Dienstag nicht. Gewinner ist anstelle von Radio24syv Radio Loud, ein Zusammenschluss mehrerer Akteure. Loud richtet sich an junge Leute zwischen 15 und 32 Jahren. Sendestart soll am 1. April 2020 sein.

46-jährige Frau wegen Geldwäsche angeklagt

Die dänische Wirtschaftspolizei (bagmandspolitiet) wirft einer litauischen Unternehmerin vor, in Dänemark 166 Millionen Kronen gewaschen zu haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Die 46-Jährige befindet sich seit März in Untersuchungshaft. Das Geld wurde über verschiedene Gesellschaften und Banken gewaschen und soll kriminellen Machenschaften entspringen.

Bei Stark-Wind: Kampagne soll Zahl der Unfälle auf der Großer-Belt-Brücke reduzieren

Seitdem die Brücke über den Großen Belt im Jahre 1998 für den Verkehr öffnete, sind insgesamt 65 Fahrzeuge aufgrund starker Windböen verunglückt. Deshalb will der Brückenbetreiber Sund&Bælt in Zusammenarbeit mit der Polizei für Südseeland und Lolland-Falster in einer neuen Kampagne für mehr Sicherheit auf der Brücke sorgen, so der Betreiber in einer Pressemitteilung. „Das Ziel der Kampagne ist es, unsere Brückenpassanten darüber aufzuklären, welches Fahrzeug bei starken Winden in der Gefahrenzone sind“, erklärt der technische Leiter des Brückenbetreibers, Kim Agersø Nielsen. Beim jüngsten Unfall auf der Brücke kippte ein Lkw auf der Fahrbahn um. Für drei Stunden musste die Brücke gesperrt werden – zum Leid vieler Brücken-Nutzer.

 

Ministerin will Militäreinsatz in Syrien debattieren

Die sozialdemokratische Regierung Dänemarks und die Partei Venstre begrüßen den deutschen Vorschlag zur Stationierung europäischer Soldaten in Syrien. Es sei interessant, dass die deutsche Verteidigungsministerin, Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die EU dazu auffordert, gemeinsame Truppen ins nördliche Syrien zu schicken, um eine Sicherheitszone an der Grenze zur Türkei zu errichten, erklärte die dänische Verteidigungsministerin, Trine Bramsen (Sozialdemokraten), am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau. Noch sei es jedoch zu früh zu sagen, ob und in welchem Umfang Dänemark sich an einer solchen Mission beteiligen könne. „Der Vorschlag ist noch zu unkonkret. Wesentliche Details sind noch nicht erwähnt, weshalb wir uns bislang nicht damit befasst haben. Ich freue mich aber auf eine kommende Debatte diesbezüglich“, so Bramsen. Ihr zufolge seien viele der Intentionen des Vorschlags aus Deutschland gut. Unter anderem gebe es im nördlichen Syrien noch Herausforderungen mit dem sogenannten Islamischen Staat (IS).

 

Dänische Schüler in Unterzahl in 14 Gymnasien

Der Anteil von Einwanderern und deren Nachkommen in dänischen Gymnasien hat von 2005 bis 2018 um vier Prozent zugenommen. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde „Danmarks Statistik“. Demnach waren 2018 zwölf Prozent der Schüler Einwanderer oder Nachkommen derer. Unter ihnen hat sich der Anteil von Nachkommen mittlerweile sich mehr als verdoppelt, während der von Einwandern rückläufig gewesen ist. Es gehe um einen generellen Trend, sagt Lene Riberholdt von „Danmarks Statistik“: „Die Nachkommen repräsentieren im Allgemeinen einen größeren Anteil in den jungen Bevölkerungsgruppen.“ In 14 dänischen Gymnasien gebe es sogar eine Mehrheit von Einwanderern und Nachkommen. Das betrifft besonders die internationalen oder privaten Schulen, die in der Hauptstadt-Region liegen.

 

Von Billund nach Dublin

Ab dem 28. Oktober wird der Provinzflughafen in Billund eine feste Verbindung zur irischen Hauptstadt bekommen. Die irische Billigairline Ryanair hat sich bereit erklärt, zweimal wöchentlich zwischen den beiden Flughäfen zu verkehren, berichtet der Billunder Flughafen in einer Pressemitteilung. Das sorgt selbstverständlich für Begeisterung im Tourismusgewerbe und in der Wirtschaft. Das irische Pendant zu Visit Denmark, Tourism Ireland, ist sich sicher, dass die Verbindung gut angenommen wird. „Wir wissen, dass Dublin eine populäre Alternative zu den übrigen europäischen Hauptstädten ist. Zudem ist Irland für seine einzigartige Natur bekannt“, erklärt die PR-Managerin von Tourism Ireland, Rikke Aagaard Petersen.

 

Harter Brexit oder weiche Landung: Fuhrunternehmer halten den Atem an

Endet der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union ohne eine Absprache? Die dänischen Speditionen und Fuhrunternehmen warten gespannt – denn die Folgen für den internationalen Güterverkehr könnten verheerend werden, berichtet das Gewerkschaftsmagazin „Fagbladet 3F“.

 

Immobilienmarkt: Häuser für 90 Milliarden Kronen gekauft

Die Preise für Villen und Einfamilienhäuser in Dänemark steigen. Doch das schreckt die Käufer nicht ab – ganz im Gegenteil. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden Immobilien zu einem Wert von 90 Milliarden Kronen verkauft. Das zeigen neue Zahlen des Verkaufsportals Boligsiden.dk. Verglichen mit dem vergangenen Jahr wurden demnach 6 Milliarden Kronen mehr in Immobilien investiert – ein Anstieg um sieben Prozent, so Boligsiden. „Den Käufern kamen die niedrigen Zinsen auf Immobilienkredite zugute. Das zeigt sich in der zusätzlichen Verkaufs-Aktivität“, erklärt Boligsiden-Kommunikationsdirektorin Birgit Daetz gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau.

 

Verteidigungsausgaben: US-Botschafterin kritisiert Dänemark

Dänemark unternimmt nicht genügend, um die Ausgaben für die Streitkräfte auf die vereinbarten zwei Prozent des Bruttonationalproduktes zu erhöhen. Das meint die US-Botschafterin in Dänemark, Carla Sands, in einer Chronik in der Tageszeitung „Information“. Ihr zufolge investieren die USA Milliarden Dollar in Sicherheitsinitiativen in Europa. „Aber wieso sollen die USA mehr in die Sicherheit Dänemarks investieren, als Dänemark es selbst tut?“, fragt sie sich. Die Kritik sei laut Peter Viggo Jakobsen, Forscher an der dänischen Militärakademie, ein Teil der neuen politischen Linie der Amerikaner. „Das zeigt uns, dass die amerikanische Verwaltung auf eine andere Art und Weise arbeitet, als wir es bislang gewohnt waren“, so Jakobsen zu „Information“.

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