Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

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DN
Kopenhagen
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Foto: Morten Juhl, Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Schmetterlingsschmuggel aufgeflogen

Die norwegische Polizei hat gegen zwei dänische Schmetterlingsschmuggler zugeschlagen. Sie wurden in Gjendebu bei Jotunheimen in Südnorwegen gefasst, als sie dabei waren, artengeschützte Apollo-Schmetterlinge zu fangen. Die Männer (in den 40'ern und 60'ern hatten zu dem Zeitpunkt 35-40 Exemplare gefangen. Auf Dringen der norwegischen Polizei haben dänische Beamte in Dänemark eine Schmetterlingsammlung in etwa 20 Umzugskisten beschlagnahmt. Tausende von Schmetterlingen und Faltern sollen jetzt von Experten untersucht werden, um festzustellen, ob sich in der Sammlung weitere geschützte Tierarten befinden.

Fachleute fordern mehr Einsatz zugunsten von Alkoholabhängigen

Eine neue Studie des Instituts für Volksgesundheit der Süddänischen Universität (SDU) weist auf Mängel bei der medizinischen Behandlung von Personen mit Alkoholabhängigkeit hin. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Die Ärztin und Forscherin Gro Askgaard berichtet, dass 28 Prozent der Personen, die aufgrund von Erkrankungen als Folge von übermäßigem Alkoholgenuss, Vollrausch oder Alkoholabhängigkeit in ein Krankenhaus kommen, laut Statistik zehn Jahre später verstorben sind. Es habe sich gezeigt, dass viele Alkoholpatienten nicht an einem fortgesetzt zu hohem Alkoholgenuss gehindert werden. Neben Lebererkrankungen und Alkoholvergiftung seien Entzündungen der Bauspeicheldrüse Erkrankungen, die bei Alkoholikern gehäuft zu beobachten seien. Die Studie, die sich auf den Krankheitsverlauf von fast 39.000 Menschen stützt, zeige auch, dass die Patienten mit Alkoholproblemen dreimal so häufig ins Krankenhaus eingeliefert werden als die Durchnittsbürger. In psychiatrische Kliniken käme dieser Personenkreis sogar zehnmal so häufig wie der Durchschnitt. Gro Askgaard rät, dass das Gesundheitssystem sich intensiver um Alkoholpatienten bemüht. Zugunsten der betroffenen Menschen, aber auch zur Entlastung des Gesundheitswesens.

Transportminister strebt neuen Infrastrukturplan auf breiter politischer Basis an

Der neue Transportminister Benny Engelbrecht (Soz.) hat während einer Beratungssitzung des Transportausschusses des Folketings bestätigt, dass er die im Frühjahr von der abgewählten Regierung und der Dänischen Volkspartei beschlossenen Schwerpunkte im Fernstraßen- und Eisenbahnausbau neu verhandeln wolle. Wie die Nachrichtenagentur Ritzau berichtet, erklärte Engelbrecht, dass die von der Regierung Løkke Rasmussen und DF vereinbarte Bevorzugung des Neubaus von Autobahnen keine Mehrheit mehr im Parlament habe. Engelbrecht hatte nach der Ernennung zum Transportminister Anfang Juli betont, dass er eine Stärkung des Eisenbahnverkehrs als Teil der Klimaschutzpolitik anstrebe. Er werde sich um eine Einigung in Sachen Infrastruktur auf breiter parlamentarischer Grundlage bemühen. Die frühere Regierung hatte beispielsweise den Ausbau der Bahnstrecke Fredericia-Aarhus und die Einbindung der fertiggestellten Hochgeschwindigkeitsstrecke Kopenhagen-Ringsted ins bestehende Schienennetz ausgebremst. Ex-Transportminister Ole Birk Olesen (Liberale Allianz) warf Engelbrecht vor, die Autobahnausbauten zu stoppen, während die Bürger in Dänemark überall auf dem Weg zur Arbeit im Stau steckten.

Beisetzung von Lars Larsen am Donnerstag

Unternehmer Lars Larsen wird am Donnerstag nahe Silkeborg beigesetzt. Das hat das Unternehmen „Jysk“ gegenüber der Zeitung „Midtjyllands Avis“ bekannt gegeben. Die Beisetzung findet von der Sejs-Svejbæk Kirche aus statt. Bereits am Dienstag wird ein Gedenkort in der Nähe des Grabes errichtet, an dem Blumen niedergelegt werden können. Der „Jysk-Gründer“ Larsen ist am Montag nach schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren in seinem Zuhause verstorben.

Jyske Bank führt als erste dänische Bank negative Zinsen für vermögende Kunden ein. Foto: Henning Bagger, Ritzau/Scanpix

Negative Zinsen für vermögende Kunden

Jyske Bank führt als erste dänische Bank negative Zinsen für Kunden ein, die über 7,5 Millionen Kronen auf dem Konto haben. Grund dafür ist, dass die Jyske Bank selbst keine Zinsen für ihr Geld bekommt. Kunden, die mehr als 7,5 Millionen Kronen auf dem Konto haben, bekommen null Prozent Zinsen für die ersten 7,5 Millionen Kronen und zahlen danach 0,6 Prozent Zinsen im Jahr für jede Krone, die sie darüber hinaus auf dem Konto haben. Wer ein solches Vermögen auf dem Konto hat, muss demzufolge für jede Million über 7,5 Millionen Kronen 45.000 Kronen jährlich an Zinsen zahlen. Für Kleinsparer hat die neue Maßnahme der Bank keine Konsequenzen. Experten erwarten, dass andere Banken ähnliche Maßnahmen ergreifen werden.

Acht Menschen kamen am 2. Januar auf der Großen-Belt-Brücke ums Leben, als Teile eines Güterzuges sich lösten und mit einem Personenzug kollidierten. Foto: Mads Claus Rasmussen, RitzauScanpix

Unglückszug wird destruiert

Der Personenzug, der am 2. Januar 2019 auf der Großen-Belt-Brücke verunglückte, wobei acht Menschen das Leben verloren, wird nicht wieder in Betrieb genommen. Stattdessen wird der gesamte Zug – auch Teile, die beim Unglück nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden – destruiert. Das teilt das Bahnunternehmen DSB mit. „Wir haben beschlossen, dass dieser Zug nicht wieder fahren soll, wenn das Untersuchungsergebnis vorliegt. Wir tun das aus Respekt vor den Opfern", sagt Per Schrøder, Betriebsdirektor von DSB, zu Avisen Danmark. Auch die Nummerierung des Zugabgangs ist geändert worden. Der Zug um 5.19 Uhr ab Aarhus heißt seit dem Unglück ICL 212 statt ICL 210. Bei dem Unglück im Januar hatten sich vermutlich wegen Sturm und schlechter Sicherung Wagenteile auf einem entgegenkommenden Güterzug gelöst, die dann in den Personenzug einschlugen. Neben den acht Toten gab es auch 16 zum Teil Schwerverletzte.

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Ole Cramer
„Das Wort zum Sonntag, 18. April 2021“