EINE PERSON WEITER VERMISST

Ein Toter bei schwerem Bootsunglück – Suchaktion auf der Flensburger Förde

Benjamin Nolte/Tobias Fligge/shz.de
Glücksburg
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Mit 15 Booten wird nach der vermissten Person gesucht. Foto: Benjamin Nolte

Rettungskräfte setzen die Suche nach der vermissten Person am Mittwochmorgen fort.

Nach dem Unfall eines mit drei Personen besetzten Ruderboots auf der Flensburger Förde ist am Mittwochmorgen ein Mann gestorben. Der 56-Jährige war zuvor am Dienstagabend mit Unterkühlungen von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht worden. Ein 53-Jähriger wird vermisst. Die Suchmannschaften sind seit sieben Uhr am Mittwoch erneut im Einsatz.

Gegen 18.30 Uhr war am Dienstag aus bislang ungeklärter Ursache in kleines Boot mit drei Personen vor der Küste des Ortsteils Schausende gekentert. Es müssen dramatische Minuten gewesen sein, die sich auf der Förde abgespielt haben.

Dank des beherzten Eingreifens eines Ersthelfers, der ebenfalls mit seinem Boot auf der Förde unterwegs war, konnten wenig später zwei der Bootsinsassen an Land gebracht werden. Einer der beiden hatte zu dem Zeitpunkt keinen Puls und keine Atmung mehr. Trotz Reanimation an Land durch die anrückenden Rettungskräfte verstarb der Mann später im Krankenhaus. Das teilte die Leitstelle am Mittwoch auf Nachfrage von shz.de mit.

Auch eine Frau, die ebenfalls an Bord war, sowie der Ersthelfer wurden mit Unterkühlungen ins Krankenhaus gebracht.

Boot gesunken

Eine dritte Person, die sich auf dem Boot befunden haben soll, gilt als vermisst. Das kleine Boot ist unterdessen gesunken.

Neben den Feuerwehren Glücksburg und Bockholm rückten vier Rettungswagen, der Flensburger Notarzt, der Rettungshubschrauber Christoph Europa 5 und die Tauchergruppe der Flensburger Berufsfeuerwehr aus. Zusätzlich wurden Boote der DGzRS, des THW und dänischer Rettungsorganisationen angefordert.

Einsatzkräfte der Feuerwehr Glücksburg erhielten Unterstützung von der Hanseatischen Yachtschule, die zusammen mit den Feuerwehrkameraden diverse Boote für die Absuche auf dem Wasser besetzten. Rund 15 Boote suchten wenig später fieberhaft auf der Förde nach der vermissten Person.

Taucher der Flensburger Berufsfeuerwehr waren auf dem Wasser in ständiger Bereitschaft. Der Rettungshubschrauber Christoph Europa 5 nahm die Suche aus der Luft auf. Die Drehleiter der Glücksburger Feuerwehr wurde am Uferbereich in Stellung gebracht, um aus einer erhöhten Position das Wasser abzusuchen.

Mit Einbruch der Dunkelheit musste der Rettungshubschrauber Christoph Europa 5 die Suche aus der Luft abbrechen. Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte dann von einem Überwachungsflugzeug der Bundesmarine, das ansonsten auf Nord- und Ostsee nach Umweltsündern sucht.

Gegen 20.45 Uhr wurde am Dienstag der Einsatz zu Land und zu Wasser ergebnislos abgebrochen.

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