Bio-Landwirtschaft

Landwirt Abild: „Bio hat durch Corona Aufschwung genommen“

Landwirt Abild: „Bio hat durch Corona Aufschwung genommen“

Landwirt Abild: „Bio hat durch Corona Aufschwung genommen“

Peter Mai/shz.de
Tarp
Zuletzt aktualisiert um:
Familie Abild bei den Schweinen: Andreas und Mareike mit ihren Kindern Nele, Jonne und Leni. Foto: Peter Mai

Die Landwirte aus Tarp setzen auf Schweinezucht: Bio und draußen. Doch es braucht noch mehr Standbeine.

Etwas abseits vom Ortsmittelpunkt Tarp, inmitten eines alten Baumbestandes, steht das 1850 erbaute Wohnhaus der Familie Abild. Andreas, Ehefrau Mareike, die Kinder Nele (10 Jahre), Jonne (7) und Leni (2) plus fünf Ziegen, einem Hund, Katzen, Wildtauben und einiges mehr, was kreucht und fleucht, bewohnen das Haus und den Garten.

Die Familie Abild vor ihrem Hof. Foto: Peter Mai

In vierter Generation halten sie die Ehre der Landwirtschaft hoch. Dabei vertrauen sie auf ganz verschiedene Standbeine und finden die Coronazeit zwar lästig – aber „ertragbar“. Seit 2007 ist der Hof „Biobetrieb“ mit allen Vor- und Nachteilen.

Andreas und Mareike Abild sind mit der Arbeit und Organisation nicht allein. Sie haben die „Abild Autzen Ökoferkel KG“ zusammen mit der Familie Autzen 2013 gegründet. Die Betriebe werden zusammen gleichberechtigt bewirtschaftet.

Jede Sau hat ihre Hütte

Die Familie Autzen hat ihren Bereich in Barderupfeld. Sie haben dort 22 Mutterkühe. Diese bekommen jedes Jahr ein Kälbchen. Die Kühe werden nicht für die Milchproduktion gehalten. Auf dem Feld vor dem Hof stehen momentan auch die Boxen für die Schweinezucht im Familienverband. Jede der 550 Zuchtsauen hat zum Abferkeln ihre eigene Hütte.

Die Ferkel wachsen draußen bei ihrer Mutter auf, kommen später in den Stall und schließlich in einen Mastbetrieb. Foto: Peter Mai

Nach künstlicher Befruchtung zwei Mal im Jahr bekommen sie etwa ein Dutzend Ferkel. Im Biobetrieb säugen die Mutterschweine dann sieben Wochen ihre Ferkel die dann etwa zwölf Kilo wiegen. Danach werden die dann schon ansehnlichen Schweinchen im Stall bis zur 14. Woche weiter gefüttert. Dann erreichen sie etwa 30 Kilogramm. Nach dieser Zeit werden sie an Ökomastbetriebe verkauft bis sie etwa 120 Kilo wiegen. Das ist das Gewicht, mit dem die Schweine dann, in Teile verarbeitet, auf der Fleischtheke landen.

Corona brachte Bio-Aufschwung

Die Frage „wie läuft es denn mit Corona“ beantworte Andreas Abild nach einer kurzen Überlegung: „Wir wollen nicht klagen, Bio hat durch Corona einen Aufschwung genommen“, so seine Feststellung. Wenn es etwas zu klagen gibt, dann über die wahnsinnige Bürokratien, über die Dokumentationspflicht, über teilweise unsinnige Auflagen. „Da können wir etwas entspannter sein, weil wir den ganzen Wahnsinn zu zweit und damit gemeinsam als Ökoferkel KG angehen können“, sagt er.

Aber nun ist Winter, da bleibt sogar Zeit für ein Gespräch „über den Tellerrand“. Dabei ist es schon gewaltig, was alles in Gang gehalten werden muss. Dies geschieht auch durch Mithilfe von vier Vollzeit- plus drei Teilzeitkräften. Bewirtschaftet werden 220 Hektar Fläche. Davon sind 155 Hektar Ackerland und 65 Hektar Grünland sowie Naturschutzflächen. Angebaut werden Sommergerste, Roggen, Mais, Kleegras, Ackerbohnen, Erbsen und Triticale, ein Futtergetreide. Alles wird an die eigenen Tiere verfüttert. Nicht zu kurz kommen in jedem Jahr „Blühstreifen“ an den Feldern.

Auf 16 Hektar befinden sich seit zehn Jahren Module für „Freiflächenphotovoltaik“. Und wegen der „Standbeine“ hat Vater Carsten Abild vor nunmehr schon 20 Jahren zwei Ferienhäuser gebaut. „Diese werden durch fremde Arbeiter als Unterkunft aber auch durch Familien als Feriendomizil genutzt“, erklärt Andreas Abild.

Mehr lesen