Corona-Selbsttest

Kaum Nachfrage in den Apotheken auf Amrum und Föhr

Kaum Nachfrage in den Apotheken auf Amrum und Föhr

Kaum Nachfrage in den Apotheken auf Amrum und Föhr

Anna Goldbach/shz.de
Amrum/Föhr
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Medizinisch geschultes Personal träufelt nach dem Abstrich für einen Corona-Schnelltest eine Lösung auf die Antigen-Testkassette. Foto: Kay Nietfeld/dpa Bildfunk

Wann die angekündigten Selbsttest in den Apotheken auf Amrum und Föhr erhältlich sind, ist unklar.

Von „vereinzelter Nachfrage“, berichten vier von fünf Apotheken auf Amrum und Föhr, wenn es um die angekündigten Corona-Selbsttests, die bald in Apotheken und Drogerien erhältlich sein sollen, geht. Einzig in der Hafen-Apotheke sei es vermehrt zu Anfragen gekommen.

Bislang konnten Coronatests – hierbei unterscheidet man zwischen der PCR-Methode und dem Antigentest, für die aus Nase und/oder im Rachen ein Abstrich genommen wird – nur von geschultem Fachpersonal beispielsweise in Arztpraxen oder Apotheken durchgeführt werden. Mit Einführung der Selbsttest für Zuhause soll sich das ändern. Wann genau diese auf den Inseln Amrum und Föhr erhältlich sind, ist unklar.

Sonderzulassung für Selbsttests

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte am vergangenen Mittwoch die ersten drei Sonderzulassungen nach §11 Absatz 1 Medizinproduktegesetz (MPG) von Antigen-Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt. Die entsprechende Liste wird kontinuierlich auf der Seite des BfArM aktualisiert. Gundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zunächst angekündigt, dass diese Tests ab 1. März für Bürger verfügbar sein sollen. Daraus wird jedoch nichts, Spahn musste zurückrudern. Ab Mitte März könnte es aber soweit sein, ein konkretes Datum gibt es nicht.

„Derzeit wird die Eignung von Antigentests für die Anwendung durch medizinische Laien im Rahmen der CE-Kennzeichnung geprüft“, heißt es außerdem auf der Seite des Robert Koch Instituts (RKI).

Zwar könne man die Tests bereits vorbestellen, allerdings nicht in der passenden Konfektionierung, wie Thorsten Knoke von der Kur-Apotheke in Wyk bereichtet. „Hier herrscht große Unsicherheit, manche bestellen in der Hoffnung, dass was kommt.“ Daher lautet seine Devise: Erstmal abwarten. Generell steht er den Tests positiv gegenüber: „Testen macht frei. Wenn viel getestet wird, können wir auch bald wieder aufmachen“, hofft er.

Keine Tests vor dem 15. März

„Sobald die Tests zugelassen und verkäuflich sind, werden wir sie haben“, sagt Rebekka Lehmann von der Hafenapotheke. Vor dem 15. März würde das jedoch nicht der Fall sein. Auch sie ist sich sicher, dass die Tests, bei korrekter Anwendung „sehr sicher“ sein werden. Immerhin seien auch die Antigentests, die bislang nur von Fachpersonal durchgeführt werden, zu 97 bis 99 Prozent sicher.

„Ich werde nachher noch Mal mit unserem Großhändler telefonieren“, sagt Christian Daegel von der Wyker Insel-Apotheke, die ebenfalls nur eine geringe Nachfrage verzeichnen kann.

Ähnlich sieht es auf Amrum aus: Die Nachfrage sei „ganz verhalten“, wie Sibylle Franz, die Inhaberin der Norddorfer Möwen-Apotheke, berichtet.

Ich habe versucht mich zu bevorraten, aber bislang sind keine Tests eingetroffen.

Sibylle Franz, Möwen-Apotheke

Wann die georderten Tests kommen, kann sie nicht sagen. Ganz günstig werden die Selbsttests wohl nicht, da ist sich die Apothekerin sicher, zwei Euro hält sie für utopisch. „Ob zehn Euro zu halten sind ist ebenfalls fraglich.“

Apothekerin warnt vor nicht zugelassenen Tests

Ihre Kollegin aus der Wittdüner Luisen-Apotheke, Julia Elisabeth Kugel, erzählt von einer hohen Anfrage – allerdings vonseiten der Schnelltest-Hersteller. Doch man müsse abwarten, zu vieles sei noch unklar. Vorsicht sei geboten, denn der Laie achte womöglich nicht darauf, ob die zu erwerbenden Tests auch wirklich zugelassen seien. Im Zweifel, so sagt sie, solle man sich beispielsweise, wenn die Schnelltests zur Selbstanwendung erwerblich sind, in einer Apotheke beraten lassen. „Wir gucken erstmal und warten ab“, lautet auch hier das Motto.

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