Corona-Virus

Erste Impferfolge sind in Schleswig-Holstein erkennbar

Erste Impferfolge sind in Schleswig-Holstein erkennbar

Erste Impferfolge sind in Schleswig-Holstein erkennbar

Margret Kiosz/shz.de
Kiel
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Mit Priorität: Corona-Impfung der über 80-Jährigen in Schleswig-Holstein. Foto: R. Hartmann/dpa

Erstmals entwickelt sich die Kurve der Todesfälle anders als die der Infektionen.

In den vergangenen zehn Tagen verloren nie mehr als drei Nordlichter den Kampf gegen das heimtückische Virus. Dies geht aus den Zahlen des Corona-Kompetenzzentrum des Landes hervor. Das war nicht immer so. Noch im Anfang des Jahres gab es Tage, an denen 30 Verstorbene in Schleswig-Holstein zu beklagen waren.

Interessant ist, dass sich derzeit die Kurven mit Inzidenz- und Todesfälle in gegensätzliche Richtungen entwickeln. Während die Zahl der Ansteckungsfälle erneut leicht steigt, nimmt die Zahl der Todesfälle ab. Das könnte womöglich die ersten Anzeichen für den Erfolg der Impfungen sein, erklärte Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg am Freitag im Landtag.

Meiste Pflegeheimbewohner haben Impfangebot angenommen

Dafür spricht einiges. Die Inzidenz bei den Hochbetagten hat laut RKI Anfang Februar noch bei 200 gelegen, inzwischen bei 70. „Nun, da wir in den Alten- und Pflegeheimen den überwiegenden Teil geimpft haben, sehen wir als Ergebnis, dass sich dort viel weniger Menschen infizieren, und von denjenigen, die sich infizieren, haben viele mildere bis keine Symptome“, so Garg. Die allermeisten Pflegeheimbewohner hätten das Impfangebot angenommen. „Damit sind die, die von Corona am härtesten getroffen werden, schon zu großen Teilen geschützt“, so Garg.

Im Norden wurden bis Sonntag nach RKI-Angaben 88.793 Personen vollständig gegen das Coronavirus geimpft, erhielten also Erst- und Zweitimpfung. Das entspricht einer Impfquote von gut drei Prozent, der Bundesdurchschnitt beträgt 2,4 Prozent.

Terminvergabe führt noch zu Hotline-Stau

Allerdings hakt es noch immer bei der Terminvergabe, obwohl das System inzwischen umgestellt wurde: Die über 80-Jährigen werden seit einiger Zeit persönlich angeschrieben, erhalten per Brief eine Telefonnummer und einen Code, müssen also nicht über das Internet buchen. Aber auch beim neuen System kam es zu Staus, die Telefon-Hotline war überlastet. „Die bereits aufgestockte Anzahl von 100 Mitarbeitern an der Hotline schaffen derzeit maximal fünftausend Anrufe und Terminvergaben pro Tag. Durchschnittlich gingen aber 31.500 Anrufe ein – mit zunehmender Tendenz“, erklärte Ministeriumssprecher Christian Kohl. Der größte Anteil waren erneute Anrufversuche.

Deshalb will Garg den Versand der Schreiben zeitlich staffeln, damit nicht alle Betroffenen gleichzeitig zum Hörer greifen. Zunächst erfolgt bis Mittwoch kein Versand neuer Anschreiben mehr, und es wird dann ein Versand der Briefe in kleineren Tranchen bis Mitte März erfolgen. „Es ist also nicht ungewöhnlich, wenn Personen, die 80 Jahre oder älter sind, noch kein Schreiben erhalten“, so Kohl. Die zeitliche Entzerrung des Einladewesens führe nicht zu einer Verzögerung des Impf-Fortschritts. „Jeder, der einen Impftermin möchte, wird einen Termin bekommen“, bekräftigt das Garg-Ministerium.

28 Impfzentren

Die online vergebenen Termine an unter 65-Jährige der Prioritätengruppe 1 stehen nicht in Konkurrenz zu den Terminen für über 80-Jährige. Grund ist, da für diese Gruppe sogenannte „mRNA“-Impfstoffe verimpft werden – für Personen, die unter 65 Jahre alt sind, hingegen der „Vektor“-Impfstoff von Astra-Zeneca. Für über 80-Jährige ist jeweils der Nachmittag in den seit Sonntag 28 Impfzentren vorgesehen.

Bisher wurden 141.000 Personen aus der Gruppe der über 80-Jährigen angeschrieben. Davon haben rund 60.500 Personen Termine zur Impfung vereinbart.

Das Ministerium bittet, dass nicht mehrere Personen parallel anrufen, um einen Termin für eine impfberechtigte Person zu buchen. Denn das erhöht das Telefonaufkommen insgesamt. Falls ein Einladungsschreiben verloren geht, kann man sich an die allgemeine Impftermin-Hotline unter 0800 455 655 0 wenden.

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