Wirtschaft

Industrie kann freie Stellen nicht besetzen

Wirtschaft kann freie Stellen nicht besetzen

Industrie kann freie Stellen nicht besetzen

Kopenhagen
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Dänemark gehen u. a. die Schweißer aus. Foto: Jacob Aban Kjerumgaard/Ritzau Scanpix

Der Branchenverband Dansk Industri hat seine Unternehmen gefragt, ob sie freie Stellen besetzen können. Ein Drittel sagt Nein.

Jedes dritte Unternehmen Dänemarks versucht vergebens, eine freie Stelle zu besetzen. Dies zeigt eine neue Untersuchung des Branchenverbandes Dansk Industri (DI). DI hatte 7700 Unternehmen befragt, von denen 35,4 Prozent angaben, sie hätten eine freie Stelle nicht besetzen können. Dem Verband nach ist die Zahl seit drei Jahren stabil. Dies sei ein ernstes Problem, so Steen Nielsen, Vizedirektor von Dansk Industri. Unternehmen seien nämlich gezwungen, Aufträge abzulehnen. Dänemark verliere dadurch Arbeitsplätze und Wachstum. Nielsen zufolge mangelt es vor allem an Facharbeitern, beispielsweise Elektriker, Mechaniker und Schweißer. Seiner Ansicht nach wird sich das Problem noch vergrößern, da in den kommenden Jahren mehr ältere Facharbeiter in Rente gehen, als junge nachrücken.

Auch der Branchenverband Dansk Erherv meldet ähnliche Zahlen. Rund ein Drittel der Unternehmen, die in Dansk Erhverv organisiert sind, konnte freie Stellen nicht besetzen. Am größten ist das Problem in der IT-Branche.

Beide Verbände setzen sich für eine Senkung der Einkommensgrenze für ausländische Arbeitnehmer ein. Zurzeit müssen diese ein Jahreseinkommen von 427.000 Kronen nachweisen, damit sie in Dänemark arbeiten können. Doch für eine Senkung gab es bis jetzt keine Mehrheit im Folketing. Einige Parteien fürchten, eine Senkung wirke sich nachteilig auf dänische Arbeitnehmer aus. So lange ein dänischer Arbeitnehmer soviel wie sein ausländischer Kollege verdiene, könne er sich eine Benachteiligung nicht vorstellen, kontert Peter Halkjær, Arbeitsmarktchef von Dansk Erhverv.

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