Verkehr

Beschaffung neuer Züge bremst DSB-Zwischenbilanz

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Kopenhagen
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Die ursprünglich für den Fernverkehr beschafften IC4-Triebwagen werden fast nur im DSB-Regionalverkehr eingesetzt. Foto: Volker Heesch

Das Angebot billiger Orange-Fahrkarten steigert die Zahl der Reisenden bei DSB. Neue Loks und Züge soll es erst ab 2021 geben.

Die Dänischen Staatsbahnen (DSB) berichten in ihrer ersten Quartalsbilanz 2019 über eine steigende Anzahl Reisende. Allerdings hat offenbar vor allem das erhöhte Angebot an preisgünstigen Fahrkarten der Kategorie Orange-Billetter die Reiselust angekurbelt. Immerhin gab es gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 ein Plus von zwei Prozent. Der Umsatz stagnierte jedoch. In den ersten drei Monaten des Jahres gab es einen bescheidenen Gewinn in Höhe von 20 Millionen Kronen.

Das Ergebnis wurde laut DSB durch die anlaufende Beschaffung neuer Fahrzeuge belastet. Auch die angestrebte weitere Digitalisierung ist mit erhöhten Ausgaben verbunden. Nach Angaben des Unternehmens werden die 42 neuen elektrischen Lokomotiven des Herstellers Siemens ab 2021 zunächst auf den elektrifizierten Regionalstrecken auf Seeland eingesetzt. Die Loks des Typs Vectron sollen auch im deutsch-dänischen Verkehr mit Wagenzügen während der Sperrung der Strecke über Fehmarn-Lolland durch Nordschleswig verkehren . Bis 2020 soll auch die Beschaffung neuer Elektrotriebwagen unter Dach und Fach sein.

Vorhandene Treibwagen prägen weiter den Fernverkehr

Bis dahin werden die vorhandenen Triebwagen, vor allem mit Dieselantrieb, weiter den Fernverkehr prägen. Die als Pannenzüge berüchtigten IC4-Triebwagen fahren vor allem im Regionalverkehr. Dort gibt es weiter viele technische Probleme, das Material wirkt teilweise verwahrlost. In einer DSB-Pressemitteilung lobte der Chef der Dänischen Staatsbahnen, Flemming Jensen, dennoch eine höhere Pünktlichkeit der DSB-Züge: „Es ist sehr befriedigend für unsere Kunden und uns, dass die Pünktlichkeit der Züge im 1. Quartal auf hohem Niveau lag.“

Dabei wurde aber verschwiegen, dass es wegen der vielen Bauarbeiten u. a. wegen des Anschlusses der Neubaustrecke Kopenhagen-Ringsted, aktuell viele Zugausfälle und Reisezeitverlängerungen gibt. Auch auf das Zugunglück auf der Brücke über den Großen Belt geht der Geschäftsbericht ein. Es heißt, dass die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt werden. Erwähnt wird der Zwischenbericht der Untersuchungskommission, der technische Mängel bei der Verankerung des Lkw-Aufliegers auf einem Güterwagen als wahrscheinliche Ursache des Unglücks nennt, bei dem 8 Reisende getötet und 16 verletzt wurden, als Teile des von einem Güterwagen geschleuderten Aufliegers gegen einen DSB-Triebwagen prallten. Die DSB kümmerten sich um die Verletzten und Hinterbliebenen.

Es seien neue Richtlinien für den Güterverkehr auf der Brücke erlassen worden. Das gelte besonders für die Geschwindigkeit der Güterzüge bei Sturm. Beim Unglück am 2. Januar herrschte hohe Windgeschwindigkeit.

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