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Neues Brexit-Datum hat Folgen für dänische Wirtschaft

jt/ritzau
Kopenhagen
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Foto: dpa

Das Verschieben des Brexit-Datums kann schwerwiegende Folgen für dänische Unternehmen haben, die im Glauben an einen Brexit vor dem Sommer ein großes Warenlager aufgebaut haben.

Die Entscheidung der Europäischen Union, den Brexit abermals zu vertagen und zwar auf den 31. Oktober, hat in erster Linie Folgen für die Briten, die nun weiterhin im Ungewissen über einen Austritt aus der EU leben sollen – für den sie vor knapp drei Jahren gestimmt haben. Doch auch für die dänische Wirtschaft kann der vertagte Brexit schwerwiegende Folgen haben, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Insbesondere Unternehmen, die sich auf einen Austritt der Briten vor den Sommerferien vorbereitet hatten, sind von dem vertagten Datum betroffen. Diese haben laut Anders Ladekarl, europapolitischer Chef des dänischen Arbeitgeberverbandes Dansk Industri, ein Warenlager mit Waren in Großbritannien aufgebaut, die nach dem Verschieben des Brexit keine große Nachfrage genießen.

„Wir sprechen hier von Waren, die eine Haltbarkeitsgrenze haben, wie Nahrungsmittel oder Arzneimittel“, so Ladekarl.

Auch politisch kann der vertagte Brexit negative Folgen für Dänemark haben. Mit dem Brexit hätte Dänemark einen zusätzlichen Sitz im Europaparlament bekommen. „Nun kann es sein, dass die Briten zur kommenden EU-Wahl wählen dürfen. Das ist eine ungewöhnliche Situation, dass auch Parlamentariergewählt werden können, die eigentlich auf dem Weg nach draußen sind“, so Venstres EU-Parlamentsmitglied, Morten Løkkegaard.

Einer neuen Analyse des Umwelt- und Nahrungsmittelministeriums zeigt, dass ein Brexit ohne EU-Absprache (no deal) die dänische Wirtschaft rund 17 Milliarden Kronen an verlorengegangenen Exporteinnahmen kosten wird.

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