Coronavirus

Nerzzüchtern wird psychologische Hilfe angeboten

Nerzzüchtern wird psychologische Hilfe angeboten

Nerzzüchtern wird psychologische Hilfe angeboten

Ritzau/nb
Nordjütland
Zuletzt aktualisiert um:
Gekeulte Nerze werden nahe der Flugbasis Karup vergraben. Foto: Bo Amstrup/Ritzau Scanpix

Die Behörden loben die Arbeiter in der Nerzbranche für eine gute Zusammenarbeit. Dennoch gehe es vielen „richtig, richtig schlecht“.

Der große Schlag gegen die Nerzbranche kann zu psychischen Problemen bei den Betroffenen führen.

Deshalb bereitet das Gesundheitswesen einen sogenannten psychosozialen Bereitschaftsdienst vor, teilt Per Sabro Nielsen, ärztlicher Direktor in der Region Mitteljütland, auf einer Presskonferenz am Sonntag mit.

Ab Dienstag können Betroffene Hilfe bei der Psychiatrie in der Region Mitteljütland bekommen, zudem wird eine spezielle Telefonnummer eingerichtet, die man anrufen kann.

Der Direktor verweist darauf, dass viele Menschen in diesen Tagen einem starken Druck ausgesetzt sind.

Lebenswerk vieler Menschen zerstört

Auf der Pressekonferenz unterstreicht Polizeidirektorin Helle Kyndesen von der Polizei in Mittel- und Westjütland, dass der Beschluss der Regierung, sämtliche Nerzbestände des Landes zu keulen, das Lebenswerk vieler Menschen zerstöre.

„Ich möchte allen, die sich an die Regeln und Empfehlungen halten, einen großen Dank aussprechen. Damit trägt jeder Einzelne dazu bei, dass sich das Virus nicht weiterverbreitet“, sagt die Polizeidirektorin.

Zurzeit steht die Polizei mit zahlreichen Nerzzüchtern zu Fragen der praktischen Abwicklung in engem Kontakt. Am Sonnabend ging die Polizei in Mittel- und Westjütland mit 93 Nerzzüchtern Vereinbarungen ein, teilt Chefpolizeikommissar Claus Hilborg mit.

„Vielen geht es richtig, richtig schlecht“

„Vielen Nerzzüchtern geht es richtig, richtig schlecht. Einige sind von Apathie betroffen“, sagt er.

Auch die Lebensmittelbehörde lobt die Nerzzüchter für deren Zusammenarbeit.

„Das ist eine fantastische Arbeit, die da draußen vor sich geht. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sie Verantwortung übernehmen und die Gesundheit der Bevölkerung an erster Stelle setzen“, sagt Karsten Aagaard, Tierarzt und Bereichsleiter bei der Lebensmittelbehörde.

„Riesige logistische Aufgabe“

Es handele sich um eine „riesige logistische Aufgabe“, so der Tierarzt.

Ein großer Teil der gekeulten Tiere soll in großen Aushebungen auf militärischem Gebiet in Holstebro oder Karup begraben werden. Er hob hvervor, dass es sich hierbei um eine Notlösung handele.

Gegenüber Nachfragen von Journalisten versichert der Tierarzt, dass von den vergrabenen Nerzen keine Gefahr für das Grundwasser ausgehe.

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