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Militärchefs: Grenzkontrollen setzen Streitkräfte unter massiven Druck

Militärchefs: Grenzkontrollen setzen Streitkräfte unter massiven Druck

Grenzkontrollen setzen Streitkräfte unter Druck

jt
Kopenhagen
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Soldaten der Königlichen Leibgarde bewachen die Synagoge in Kopenhagen. Foto: Nikolai Linares/Ritzau Scanpix

Zwei hochrangige Militärchefs erklären, dass dänische Soldaten aufgrund der Grenzkontrollen keine Zeit für wichtige Übungen haben. Die zuständige Ministerin weist die Kritik zurück.

Die Grenzkontrollen und zusätzliche Bewachungsaufgaben in Dänemark haben zur Folge, dass dänische Soldaten nicht ausreichend für den Ernstfall trainiert werden. Wichtige Übungen, die die Soldaten auf internationale Missionen vorbereiten sollen, können aufgrund des Zeitmangels nicht durchgeführt werden. Das meinen der Heereschef Michael Lollesgaard und Brigadegeneral Henrik Lyhne gegenüber der Tageszeitung „Jyllands Posten“. Beide seien der Meinung, dass die Grenzkontrollen schwerwiegende Folgen für die Soldaten haben könnten.

Derzeit werden permanent 248 Soldaten für die Grenzkontrollen und Bewachungsaufgaben eingesetzt. Laut Lyhne ist es deshalb schwer, genügend Personal für Übungen zu finden.

„Oft steht mir für Übungen nur die Hälfte der Soldaten zur Verfügung. Wir dürfen nicht vergessen, dass unsere Soldaten auch in Afghanistan, Irak und Kosovo Aufgaben lösen. Bei unserer jüngsten Großübung konnten zwei Drittel von insgesamt 3.000 Soldaten teilnehmen“, erklärt Lyhne. Ihm zufolge würden die Soldaten lediglich fünf Prozent ihrer Gesamtfähigkeiten an der Grenze nutzen.

Sein Kollege Lollesgaard sieht das ähnlich. Die dänische Verteidigung bewege sich dicht an der Schmerzgrenze.

Derweil fordern mehrere Parteien im Folketing eine Antwort der Regierung auf die Kritik der beiden Militärchefs. Venstre und die Dänische Volkspartei schlagen gar vor, dass die Heimwehr (Hjemmeværnet) noch mehr Arbeit an den Grenzen übernehmen könnte.

Die dänische Verteidigungsministerin, Trine Bramsen (Sozialdemokraten), weist jegliche Kritik zurück. Sie meint, dass eine der Aufgaben der Streitkräfte sei auf Dänemark aufzupassen. „Und dazu gehören nun mal auch Grenzkontrollen und Bewachungsaufgaben“, so Bramsen zu „Jyllands Posten“.

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