Flüchtlingslager Moria

Dänemark schickte unbrauchbare Zelte nach Lesbos

Dänemark schickte unbrauchbare Zelte nach Lesbos

Dänemark schickte unbrauchbare Zelte nach Lesbos

dodo/Ritzau
Kopenhagen
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Nach dem Brand in Moria waren die Geflüchteten auf schnelle Hilfe angewiesen. Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa

Die dänischen Zelte für die Moria-Flüchtlinge können weder über längere Zeit noch bei niedrigen Temperaturen genutzt werden, berichtet die Ministerin.

Nachdem im September ein Großbrand das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos vollkommen zerstört hatte, war Dänemark nur wenige Tage später zur Stelle, um Hilfe zu leisten. Verteidigungsministerin Trine Bramsen (Sozialdemokraten) erzählte damals, dass Dänemark 3.000 Decken sowie 10 große und 40 kleine Zelte bereitstellt werden, um eine „humanitäre Katastrophe“ zu verhindern.

Einen Monat später hat sich nun laut Berichten der Zeitung „Berlingske“ herausgestellt, dass der größte Teil der entsendeten Zelte aus Dänemark unbrauchbar ist. Demnach hat Bramsen in einer Antwort an das Parlament berichtet, dass die 40 kleineren Zelte „nicht über einen längeren Zeitraum, und nicht in der kälteren und feuchteren Herbst- und Winterperiode genutzt werden können“.

NGO: Das ist beschämend

Mette Nielsen, freiwillige Mitarbeiterin bei der Nichtregierungsorganisation „Team Humanity“, nennt es beschämend, dass Dänemark unbrauchbare Zelte geschickt hat.

„Die Campingzelte, die Dänemark entsandt hat, sind im besten Fall nutzlos. Ich weiß, dass wir viel bessere Ausrüstung als diese elenden Zelte haben“, so Nielsen zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Es ist bereits das zweite Mal, dass Dänemark in diesem Jahr unbrauchbare Hilfegüter in notleidende Länder geschickt hat. Im April entsandte die Regierung Beatmungsgeräte nach Italien, das zu diesem Zeitpunkt in Europa am schwersten vom Coronavirus betroffen war. Kurze Zeit später stellte sich allerdings heraus, dass die dänischen Beatmungsgeräte nicht für Covid-19-Patienten geeignet waren.

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