Aussenpolitik

Trump-Berater bestätigt Kaufinteresse des Präsidenten an Grönland

Trump-Berater bestätigt Kaufinteresse des Präsidenten an Grönland

Trump-Berater bestätigt Kaufinteresse an Grönland

cvt/dpa/Ritzau
Washington/Kopenhagen
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Donald Trump vor wenigen Tagen bei einer Rede in Manchester im US-Bundesstaat New Hampshire. Foto: Nicholas Kamm / AFP / Ritzau Scanpix

Larry Kudlow unterstreicht das US-Interesse, da Dänemark Grönland besitze. Mette Frederiksen stellt klar: „Grönland ist nicht dänisch. Grönland ist grönländisch.“ Sie bezeichnet die Diskussion als „absurd“.

US-Präsident Donald Trump ist nach Angaben seines Wirtschaftsberaters tatsächlich an einem Kauf Grönlands interessiert.

Der Präsident kenne sich gut mit Immobilienkäufen aus und „will sich das anschauen“, sagte Larry Kudlow am Sonntag im Nachrichtensender Fox News.

Er wolle nicht spekulieren, wohin das führe, aber die Arktisinsel sei strategisch bedeutend. „Sie haben viele wertvolle Mineralien“, sagte Kudlow. Aber natürlich gehöre Grönland zum Nato-Partner Dänemark, fügte er hinzu.

Grönland und Dänemark haben die Idee eines Verkaufs zurückgewiesen. Das Weiße Haus hatte sich bislang nicht zu Berichten geäußert, wonach Trump Interesse an Grönland geäußert haben soll.

Frederiksen: „Absurde Diskussion“

Die dänische Regierungschefin, Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) besuchte die Insel am Sonntag und betonte dort erneut, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe. Zu Trumps Gedankenspielen sagte sie: „Ich hoffe inständig, dass dies nicht ernst gemeint ist.“

In einem Interview mit der grönländischen Zeitung „Sermitsiaq“ verdeutlichte sie ihre Haltung. „Grönland steht nicht zum Verkauf. Grönland ist nicht dänisch. Grönland ist grönländisch.“

Dem öffentlich-rechtlichen Sender DR sagte sie, es handele sich um eine „absurde Diskussion“. Grönlands Premierminister Kim Kielsen von der sozialdemokratischen Siumut habe dies ebenfalls deutlich gemacht. „Und damit hört das Gerede auf. Es gibt sehr viel anderes, über das wir gerne mit dem amerikanischen Präsidenten sprechen würden“, so Frederiksen zu DR.

Die Berichte am Donnerstag legten nahe, Trump habe Berater angewiesen, den Kauf zu prüfen. Wie seriös die Absichten seien, sei selbst für seine Mitarbeiter unklar gewesen, hieß es weiter. Trump, der als Immobilienunternehmer reich wurde, wird am 2. und 3. September Dänemark besuchen.

Für Washington könnte Grönland durch seine Lage in der Arktis, die Nähe zu Russland und wegen dort vermuteter Bodenschätze strategisch bedeutend sein. Die USA betreiben dort einen Luftwaffenstützpunkt.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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