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Die Regierung will bis 2030 Batteriezüge

Die Regierung will bis 2030 Batteriezüge

Die Regierung will bis 2030 Batteriezüge

Ritzau/kj
Kopenhagen
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Zugpassagiere sollen in den nächsten zehn Jahren mit Zügen fahren können, die mit Batterien betrieben werden. Dieser Meinung ist Verkehrsminister Benny Engelbrecht. Foto: Ida Guldbæk Arentsen/Ritzau Scanpix

Im Rahmen einer umweltfreundlichen Umgestaltung des Verkehrssektors sieht der Verkehrsminister gute Aussichten für Batteriezüge.

Laut Verkehrsminister Benny Engelbrecht (Soz.) sollen dänische Zugpassagiere in den nächsten zehn Jahren in Zügen fahren können, die mit Batterien betrieben werden. Das schreibt die Zeitung „Politiken“ am Freitag.

Bisher sind elektrische Oberleitungen entlang der Schienen erforderlich, um elektrische Züge zu fahren. Doch nur etwa die Hälfte des dänischen Schienennetzes ist mit den Leitungen ausgestattet.

Batterien wie in Elektroautos

In den vergangenen Jahren haben die großen Zughersteller jedoch Modelle mit Batterien auf den Markt gebracht, wie sie von Elektroautos bekannt sind. Vier der Hersteller haben bereits Interesse an der Strecke zwischen Hillerød und Helsingør bekundet, die für den ersten dänischen Test von Batteriezügen vorgesehen ist.

Laut Verkehrsminister Benny Engelbrecht ist dies jedoch nur der Anfang: „Das Potenzial besteht darin, dass alle Abschnitte der dänischen Eisenbahn, die nicht mit elektrischen Oberleitungen ausgestattet sind, für Batteriezüge befahrbar wären“, berichtet er gegenüber „Politiken“. „Das könnte bis 2030 implementiert werden, weshalb es wichtig ist, die Batteriezüge jetzt und nicht zu einem späteren Zeitpunkt zu testen“, fügt der Minister hinzu.

Grenzüberschreitende Batteriezüge

Engelbrecht steht im Dialog mit dem Bundesland Schleswig-Holstein, das bereits 55 Batteriezüge bestellt hat. Sie werden innerhalb von zwei bis drei Jahren geliefert. Er würde sich freuen, wenn dies über die Grenzen nach Sonderburg und in die Dreiecksregion (trekantsområdet) fortgesetzt würde: „Batteriezüge sind sowohl besser für das Klima als auch weniger wartungsintensiv. Sie sind weitaus billiger als der Ausbau von neuen Oberleitungen.“

Ausbau der Oberleitungen

Laut „Politiken“ investiert Dänemark bereits 13 Milliarden Kronen in den Ausbau von Oberleitungen entlang der Eisenbahnschienen und in den Umbau von Brücken, damit Platz für elektrische Züge ist. Das ändert nichts an der Ankündigung des Ministers, da die Batterien nicht in der Lage sind, Güterzüge und Hochgeschwindigkeitszüge zu transportieren, aber für kleinere regionale Strecken gut geeignet sind.

Batteriezüge als Teil der Entwicklung

Der Verkehrsforscher Henrik Sylvan von der Technischen Universität Dänemark (DTU) sieht Batteriezüge als einen natürlichen Teil der Entwicklung an.

„Batterien sind zu einem zentralen Bestandteil des Lebens geworden, wir haben mehrere in unserem Telefon, unserer Uhr und unserem PC. Ebenso haben Batterien in Fahrzeugen große Vorteile, sowohl in Elektroautos als auch in Zügen“, sagt er gegenüber Ritzau.

Dieselzüge umbauen

Laut dem Verkehrsforscher ist es naheliegend, eine Demoversion zu erstellen, um zu prüfen, ob die vorhandenen Dieselzüge IC3 umgebaut werden können. „Wenn man Kraftstofftanks und Motormodule herausnehmen und durch Batterien und Elektromotoren ersetzen könnte, dann hätte man plötzlich einen ziemlich leichten Zug, der unter Strom mit hoher Geschwindigkeit fährt“, sagt Henrik Sylvan.

Zum Beispiel verweist er auf den Abschnitt Vejle-Herning-Holstebro als einen geeigneten Ort, um einen batteriebetriebenen IC3-Zug einzusetzen.

Der Umbau von Zügen mit Batterien ist bisher nicht Teil von Verkehrsminister Benny Engelbrechts Plan. Aber die Deutsche Bahn, der Arriva gehört, die viele lokale Eisenbahnen in Jütland betreibt, versucht dies bereits.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Die spinnen die Politiker“