Coronavirus

Justizminister will Isolationspflicht nach Auslandsreise

Justizminister will Isolationspflicht nach Auslandsreise

Justizminister will Isolationspflicht nach Auslandsreise

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Justizminister Nick Hækkerup (Soz.) hofft, dass eine Isolationspflicht Dänemark vor Virismustationen schützt. Foto: Emil Helms/Ritzau Scanpix

In dieser Woche will Justizminister Nick Hækkerup mit den Parlamentsparteien über die bisherige Empfehlung der Isolation von Auslandsreisenden verhandeln. Aus der Empfehlung könnte eine Pflicht werden.

Bislang wurde nur empfohlen, sich nach einer Auslandsreise zehn Tage zu isolieren. Nun plant die Regierung offenbar, aus der Empfehlung eine Pflicht zu machen und Verstöße zu bestrafen. Entsprechend äußerte sich Justizminister Nick Hækkerup (Soz.) gegenüber dem Sender „Danmarks Radio“.

Fernhalten von Mutationen

Die neue Maßnahme soll laut Minister dazu beitragen, ansteckendere Varianten des Coronavirus fernzuhalten. Die Regierung unterstützt damit einen Vorschlag der Sozialistischen Volkspartei (SF) und der Konservativen. In der kommenden Woche will Hækkerup im Folketing eine Mehrheit für diesen Vorschlag suchen.

Die Verkehrsabteilung des Branchenverbandes Dansk Industri (DI) unterstützt nach eigener Aussage die Bemühungen der Regierung, den Import von mutierten Viren zu unterbinden, meint aber zehn Tage seien doch recht viel. Doch müsse man abwarten, was genau dann in dem Vorschlag stehe, so Michael Svane von DI.

In der bisherigen Empfehlung kann der Zeitraum von zehn Tagen verkürzt werden, wenn man nach vier Tagen einen Corona-Test macht und das Ergebnis negativ ausfällt. Um aber überhaupt einen Flieger besteigen zu können, ist bereits jetzt ein negativer Corona-Test notwendig, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Medien verweisen auf das Beispiel Norwegen, wo es bereits eine solche Isolationspflicht von zehn Tagen gibt.

Ausnahmen für das Grenzland

Der sozialdemokratische Fraktionssprecher Jesper Petersen sagt zu „TV Syd“, dass bei bei einer Regelung auf das Grenzland Rücksicht genommen werden soll. Die konkreten Lösungen werden jedoch noch mit den Parteien verhandelt.

Die Justizsprecherin der Sozialistischen Volkspartei, Karina Lorentzen pflichtet Petersen bei.

„Die Grenzpendler lösen wichtige Aufgaben in Dänemark. Das gilt zu Beispiel für die Krankenhäuser“, sagt sie zu „TV Syd“.

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