Kontrollen

Grenzkontrollen nach Schweden eingeführt

Grenzkontrollen nach Schweden eingeführt

Grenzkontrollen nach Schweden eingeführt

jt
Kopenhagen
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Kontrollen an der Öreseundbrücke am Dienstagvormittag Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Der dänische Staat hat neben den Grenzkontrollen nach Deutschland nun auch vorübergehende Kontrollen nach Schweden eingeführt.

Ab Dienstag können Reisende zwischen Schweden und Dänemark in regelmäßigen Abständen erleben, dass sie bei der Einreise nach Dänemark ihren Pass vorzeigen müssen. Denn die dänische Regierung hat im Oktober beschlossen, dass an der Öresundbrücke und an den Fähranlegern von Helsingør, Frederikshavn, Grenaa und Rønne aufgrund der Schießereien und Explosionen in Kopenhagen vorübergehende Kontrollen eingeführt werden müssen. Das berichtet der öffentlich-rechtliche Nachrichtensender DR (Danmarks Radio).

„Wir wollen Kriminelle aus dem organisierten Milieu an der Grenze, die für sie keine Barriere ist, ertappen. Deshalb werden die Ermittlungen und der vorbeugende Einsatz verstärkt“, erklärt der rechtspolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Jeppe Bruus.

Die Grenzkontrollen sind Teil eines neuen Grenzcenters, wo die dänische und schwedische Polizei enger zusammenarbeiten. Wie oft die dänischen Beamten an der Grenze kontrollieren werden, ist geheim. Es sind keine festen Zeiten geplant, so DR. Trotzdem meint Bruus, dass die Kontrollen die Kriminellen ausbremsen werden. „Die Grenzkontrollen sollen oft anhand der Ermittlungen eingesetzt werden. Wir werden aber auch Stichproben durchführen, und dann kann es sein, dass man angehalten wird“, so Bruus.

Arbeiten 24 Stunden am Tag

In Helsingør wird der dortige Polizeikreis mit der Kontrollaufgabe beauftragt werden. Der Chef der nordseeländischen Polizei, Jan Hedager, erklärt gegenüber DR, dass eine Kontrolle rund um die Uhr nicht notwendig sei. „Wir arbeiten eh schon 24 Stunden am Tag. Deshalb können die Kriminellen nie wissen, wann wir vor Ort sind und die Einreisenden kontrollieren“, so Hedager.

Die Kontrollen setzen abermals die Beamten der Polizei unter Druck. Darüber ist sich auch Bruus im Klaren. Er schätzt jedoch, dass die Kontrollen womöglich sechs bis acht Monate andauern werden. „Danach wird die Belastung der Polizei wieder verschwunden sein“, sagt er.

Währenddessen bereiten die angekündigten Grenzkontrollen dem Schifffahrtsunternehmen ForSea Sorgen, das unter anderem die größten Fähren auf der Route zwischen Helsingør und Helingborg betreibt. Dort hat man in Zusammenarbeit mit der Polizei einen Plan erstellt, der Verspätungen und Flaschenhälsen vorbeugen soll. „Wenn die Polizei jemanden untersuchen möchte, dann soll sie die Person zur Seite nehmen, damit unser übriger Betriebsablauf nicht unnötig gestört wird“, betont der ForSea-Sicherheitschef, Jan Bagger.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Ruhe an der Grenze“