Deutschland-Ausstellung

Eine Hommage an die deutsch-dänische Freundschaft

Eine Hommage an die deutsch-dänische Freundschaft

Eine Hommage an die deutsch-dänische Freundschaft

Annika Zepke
Kopenhagen
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Vom 9. November 2019 bis zum 1. März 2020 wird die Sonderausstellung „Tyskland“ im Nationalmuseum in Kopenhagen gezeigt. Foto: © Georg Baselitz 2019 Photo copyright © The Trustees of the British Museum

„Tyskland“ heißt die Ausstellung, die am Freitag im Nationalmuseum in Kopenhagen von Königin Margrethe II. feierlich eröffnet wird. Auch der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) wird dabei sein.

Die Sonderausstellung mit dem Namen „Tyskland“ (Deutschland) zeigt „das Beste, was Deutschland zu bieten hat“, heißt es in der offiziellen Ausstellungsbeschreibung des Nationalmuseums in Kopenhagen. Ausgestellt werden dementsprechend Exponate von namhaften deutschen Künstlern, Firmen und Persönlichkeiten wie Johannes Gutenberg, Johann Wolfgang von Goethe, Gerhard Richter, Volkswagen, Bauhaus oder der „Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen“.

Freundschaftsjahr und Mauerfall

Mit der Ausstellung soll unter anderem das deutsch-dänische Freundschaftsjahr 2020 gefeiert werden.
„Wir wollen das Wissen über Deutschland und die deutsche Kultur verbreiten und nuancieren. Wir haben mit Deutschland viel mehr gemeinsam, als uns bewusst ist“, sagt der Direktor des Nationalmuseums, Rane Willerslev, in Bezug auf die Deutschland-Ausstellung.
Außerdem markiert das Nationalmuseum mit der Sonderausstellung den 30. Jahrestag des Mauerfalls. Denn „das Deutschland, wie wir es kennen, wurde in der Nacht geboren, in der die Mauer fiel – am 9. November 1989“, heißt es in der offiziellen Ausstellungsbeschreibung des Nationalmuseums.
Ursprünglich wurde die Ausstellung von Barrie Cook unter dem Namen „Germany: Memories of a Nation“ für das British Museum kuratiert. Parallel brachte der ehemalige Direktor des British Museum, Neil MacGregor, ein Buch mit demselben Titel heraus. Daran angelehnt produzierte die BBC auch eine eigene Radiosendung.

Ein Stück der Berliner Mauer ist in der Deutschland-Ausstellung zu sehen.
In der Deutschland-Ausstellung wird auch ein Stück der Berliner Mauer zu sehen sein. Foto: John Lee Nationalmuseet

Geschichtsträchtige Gegenstände

Die Ausstellung zeigt Gegenstände, die den Lauf der Geschichte verändert haben, oder Zeugnisse von Siegen und Tragödien der deutschen Geschichte sind, heißt es vom Nationalmuseum. Die Besucher sollen dadurch den starken politischen und kulturellen Wandel Deutschlands nachvollziehen können.
So ist unter anderem ein Stück der Berliner Mauer, die Deutschland und Berlin von 1961 bis 1989 in Ost und West teilte, ausgestellt.
Innerhalb einer Nacht zog das DDR-Regime eine Grenze, um den stetig steigenden Strom Ostdeutscher nach Westdeutschland zu unterbinden. Die Grenze wurde von Soldaten scharf bewacht, und nur ein paar Monate später wurde Berlin durch eine 3,6 Meter hohe Mauer geteilt. Die Begründung des kommunistischen Regimes: Die Mauer sollte die Bürger vor den faschistischen Strömungen aus dem Westen schützen. Über die nachfolgenden 28 Jahre wuchs die Mauer und erstreckte sich letztendlich auf 1.398 Kilometern durch Deutschland. In den 30 Jahren des Bestehens der Mauer verloren mehr als 1.000 Menschen ihr Leben bei dem Versuch, in ein Leben auf der anderen Seite der Mauer zu fliehen.

VW Käfer

Auch wenn Volkswagen derzeit mit einem angeschlagenen Image zu kämpfen hat, so ist der VW Käfer doch eines der bekanntesten Autos der Welt und seine historische Bedeutung nicht zu unterschätzen. Als Symbol des sogenannten westdeutschen Wirtschaftswunders der Nachkriegszeit steht der Käfer für Qualität, Zuverlässigkeit, Bezahlbarkeit und originelles Design. Die Idee für ein Auto, das für das ganze Volk erschwinglich ist und nicht nur für die Oberschicht, wurde während des Dritten Reiches zum Symbol für Hitlers neues Deutschland. Dennoch wurde der Käfer erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges produziert. Dann wurden allerdings, bis zur Einstellung des Modells im Jahr 2003, mehr als 21 Millionen VW Käfer hergestellt. Einer der ersten VW Käfer aus den 1950er Jahren wird in der Ausstellung auch zu sehen sein.

In den Ausstellungsräumen ist auch ein VW Käfer aus den 1950er Jahren geparkt. Foto: John Lee Nationalmuseet

Meißner Porzellan

Neben Autos ist Deutschland auch für sein Meißner Porzellan bekannt. Ein besonderes Stück der „Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen“ wird daher auch in der Deutschland-Ausstellung zu sehen sein: ein Nashorn. Seinen Ursprung findet die Porzellanfigur in dem berühmten Nashorn-Holzschnitt des deutschen Malers Albrecht Dürer. Dürer zeichnete im 15. Jahrhundert das Nashorn auf Basis von Augenzeugenberichten, ohne dass er selbst jemals ein solches Tier gesehen hatte. Ein paar hundert Jahre später gelang es deutschen Wissenschaftlern, den Code für die Zusammensetzung von Chinas weißem Gold – Porzellan – zu knacken. Die offizielle Porzellanherstellung begann daraufhin im Jahr 1710 in Meißen bei Dresden. 1730 schuf die „Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen“ dann die Nashorn-Figur aus Porzellan, basierend auf dem Holzschnitt Albrecht Dürers.

Die Nashorn-Figur aus Meißner Porzellan
Die Nashorn-Figur wurde nach der Vorlage Albrecht Dürers von der „Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen“ um 1730 angefertigt. Foto: John Lee Nationalmuseet

Buntes Veranstaltungsprogramm

In Anlehnung an die Sonderausstellung bietet das Nationalmuseum außerdem ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm rund um das Thema Deutschland. Kinder können im November beispielsweise jeden Sonnabend mit Grimms Hänsel und Gretel durch den Hexenwald wandern.
Für Erwachsene gibt es parallel zur Sonderausstellung die verschiedensten Events: Von Vorträgen mit deutscher Musik über Augenzeugenberichte zur Flucht aus der DDR und Vorträgen zu Bier und Wurst inklusive Kostprobe bis hin zu deutschen Filmvorführungen und einem Serienmarathon von „Babylon, Berlin“ ist alles dabei.

Busfahrt des BDN

Wer aus Nordschleswig Interesse an einem Besuch der Ausstellung hat, aber nicht alleine fahren möchte, kann sich am 30. November der Busfahrt des BDN zur Deutschland-Ausstellung nach Kopenhagen anschließen. Abfahrt ist um 7.30 Uhr an der Deutschen Schule Rothenkrug oder um 8 Uhr an der OK Tankstelle in Hammeleff. BDN-Mitglieder zahlen für die Busfahrt 200 Kronen.

Die Sonderausstellung „Tyskland“ wird am Freitag, 8. November, im Beisein von Deutschlands Außenminister Heiko Maas und dem deutschen Botschafter Detlev Rünger im Nationalmuseum in Kopenhagen von Königin Margrethe II. eröffnet. Vom 9. November 2019 bis 1. März 2020 ist die Ausstellung dann auch den Besuchern zugänglich.

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