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Kongress erstürmt: Reaktionen

Kongress erstürmt: Reaktionen

Kongress erstürmt: Reaktionen

dpa/Ritzau
Washington/Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Anhänger von Präsident Donald Trump klettern in Washington auf die Westwand des US-Kapitols. Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa

Am US-Parlamentssitz spielten sich am Mittwoch nie da gewesene Szenen ab. Proteste von Anhängern des abgewählten Präsidenten Trump arteten in Gewalt aus. Es gab offenbar Tote. Vielerorts äußern sich Politiker entsetzt über die Geschehnisse.

Proteste wütender Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump in der Hauptstadt Washington sind am Mittwoch (Ortszeit) eskaliert und haben das politische Zentrum der USA zeitweise in beispielloses Chaos gestürzt.

Nach einer aufstachelnden Rede des Republikaners marschierten Trump-Unterstützer vor dem Kapitol auf, dem Sitz des US-Parlaments, um gegen die Zertifizierung der Präsidentschaftswahlergebnisse zu protestieren. Randalierer stürmten das Kongressgebäude. Die beiden Kongresskammern mussten ihre Sitzungen unterbrechen, Parlamentssäle wurden geräumt, Abgeordnete in Sicherheit gebracht.

Erst Stunden später nahm der Kongress seine Beratungen demonstrativ wieder auf, um Trumps Niederlage bei der Wahl endgültig zu besiegeln. Bei den Unruhen kamen nach Polizeiangaben vier Menschen ums Leben.

Der künftige US-Präsident Joe Biden sprach von einem Angriff auf die Demokratie. „Das Kapitol zu stürmen, Fenster einzuschlagen, Büros zu besetzen, den Senat der Vereinigten Staaten zu besetzen, durch die Schreibtische des Repräsentantenhauses im Kapitol zu wühlen und die Sicherheit ordnungsgemäß gewählter Beamter zu bedrohen, ist kein Protest", sagte der Demokrat. „Es ist Aufruhr."

Frederiksen: Entsetzlich

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen (Soz.) nannte die Geschehnisse „entsetzlich“. Über den Kurznachrichtendienst Twitter teilte sie mit: „Extremismus, Gewalt, Polarisierung und Chaos sind kein Weg – niemals. Entsetzliche Bilder aus Washington. Nun muss die Demokratie wieder zum Funktionieren gebracht werden.“

Jeppe Kofod (Soz.), dänischer Außenminister, zeigt sich ebenfalls „tief schockiert“. Es gebe keinen Platz auf der Welt, in dem ein vom Volk gewähltes Parlament angegriffen werde, so Kofod. „Das ist einfach erschreckend.“

Kofod: Trump muss Niederlage einsehen

In Richtung Donald Trump findet Kofod deutliche Worte: „Es ist wichtig, dass er erkennt, dass die Wahl vorbei ist, und er und seine Mitstreiter sie verloren haben. Nun müsse er seinen Beitrag für einen konstruktiven Übergang leisten.“

Auch anderenorts lösten die Unruhen Besorgnis aus. Vertreter der Bundesregierung und Regierungschefs anderer Länder äußerten sich ebenso schockiert über die Ausschreitungen wie die Spitzen des EU-Parlaments und der Europäischen Kommission. „Die Feinde der Demokratie werden sich über diese unfassbaren Bilder aus Washington, D.C. freuen“, schrieb Bundesaußenminister Heiko Maas auf Twitter. Trump und seine Unterstützer sollten endlich die Entscheidung der amerikanischen Wähler akzeptieren und „aufhören, die Demokratie mit Füßen zu treten“.

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