Persischer Golf

Angriffe auf Schiffe ändern dänischen Kurs nicht

Angriffe auf Schiffe ändern dänischen Kurs nicht

Angriffe auf Schiffe ändern dänischen Kurs nicht

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Die britische HMS Montrose musste am Mittwoch zum Schutz eines britischen Öltankers im Persischen Golf eingreifen. (Archivbild) Foto: Ritzau Scanpix

Der Konflikt im Persischen Golf sorgt nicht dafür, dass die dänische Handelsflotte ihre Sicherheitsvorkehrungen verändert. Dabei sei mit einem Ende der Angriffe noch nicht zu rechnen, so ein Experte.

Tank- und Containerschiffe durchfahren täglich im Auftrag dänischer Reedereien den Persischen Golf. Doch das Gebiet bildet derzeit den Rahmen eines internationalen Konfliktes zwischen dem Iran auf der einen und den USA mit seinen Verbündeten auf der anderen Seite.

Großbritannien hat deshalb das Sicherheitsniveau für die Handelsschiffe in iranischen Seegebieten auf die höchstmögliche Stufe erhöht. Am Mittwoch musste ein britisches Kriegsschiff sich zwischen zwei iranische Kriegsschiffe und einen britischen Öltanker setzen, um das Schiff zu schützen.

Auch die Norweger haben die Sicherheitsstufe angehoben. In Dänemark wird für die Region allerdings weiter die niedrigste von drei Sicherheitsstufen angegeben. Formal also dieselbe Einstufung wie für Schiffe, die durch den Öresund fahren oder in die Apenrader Förde einlaufen.

Berater: Mit weiteren Angriffen rechnen

Laut Hans Tino Hansen, Geschäftsführer der Beraterfirma Risk Intelligence, die unter anderem dänische Reedereien in Sicherheitsfragen berät, wird die Gefahr, die für die Handelsschifffahrt derzeit im Persischen Golf besteht, nicht übertrieben.

Wenn die Lage sich wie bisher weiterentwickele, sei mit einem weiteren Angriff zu rechnen, sagt er.
Die Angriffe der jüngsten Zeit seien direkt oder indirekt auf die iranische Revolutionsgarde al-Qud zurückzuführen.

Nach Angriffen auf norwegische Schiffe sei auch mit Angriffen auf dänische Schiffe zu rechnen. Die norwegischen Schiffe seien vermutlich angegriffen worden, um für Verwirrung zu sorgen, weil nicht nur amerikanische, britische oder französische Schiffe attackiert werden.

Es würde „mit großer Wahrscheinlichkeit eine militärische Reaktion auslösen, wenn man ein Schiff dieser drei Länder trifft“, meint Hansen.

Reeder: Militärschutz erwünscht

Noch ist nicht bekannt, ob Dänemark gebeten worden ist, bei einer möglichen militärischen Auseinandersetzung Hilfe zu leisten. Wenn, dann wäre es aber wahrscheinlich, dass eine der drei dänischen Fregatten entsandt wird – zur Freude des Reedereiverbandes Bimco, dessen Sicherheitschef Jakob Larsen sich schon jetzt mehr militärischen Schutz wünscht.

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