Covid-19

Die neuen Restriktionen: Was jetzt in Dänemark gilt

Die neuen Restriktionen: Was jetzt in Dänemark gilt

Die neuen Restriktionen: Was jetzt in Dänemark gilt

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Kopenhagen/Apenrade
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Mette Frederiksen
Staatsministerin Mette Frederiksen hat am Dienstag neue Restriktionen verkündet. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Versammlungen von mehr als fünf Personen werden verboten, und beim Einkauf soll mehr Abstand gehalten werden: Ein Überblick.

Die dänischen Gesundheitsbehörden haben angesichts der jüngsten Entwicklungen in der Corona-Pandemie von Risikostufe 4 auf 5 umgeschaltet. Selbst im vergleichsweise dünn besiedelten Nordschleswig sind die Inzidenzzahlen hoch – deutlich höher als im deutschen Südschleswig.

Die Zahl der täglich mit Corona Sterbenden liegt hartnäckig im zweistelligen Bereich. Auch deshalb hat die Regierung am Mittwoch die Restriktionen landesweit verlängert.

Die verlängerten Maßnahmen:

Die Restriktionen gelten zunächst bis zum 7. Februar zusätzlich zu den bis zum 28. Februar geltenden Maßnahmen. Eine detaillierte Übersicht über alle in Dänemark gültigen Verhaltensregeln gibt es hier.

Versammlungsverbot

  • Seit Mittwoch gilt landesweit, dass Versammlungen im öffentlichen Raum von mehr als 5 Personen untersagt sind. Bisher lag diese Grenze bei 10 Personen.
  • Das Verbot gilt zwar nicht in privaten Räumen – die Regierung fordert aber dazu auf, wenn möglich, auch hier die Obergrenze von 5 Personen einzuhalten. Heißt: Dort, wo nicht mehr als 5 Personen zusammenleben, sollen auch nicht mehr als 5 Personen anwesend sein.
  • Es soll keine Ausnahmen mehr geben. Konferenzen, Kulturveranstaltungen, Sport oder Generalversammlungen: Es ist vorerst nicht mehr möglich, bis zu 500 Personen zu versammeln.
  • Die Regierung empfiehlt auch, dass sowohl an öffentlichen wie privaten Arbeitsplätzen alle nicht kritischen Funktionen vom Homeoffice aus erledigt werden.

Abstand halten

  • Das Abstandsgebot im öffentlichen Raum und zum Beispiel in Supermärkten und anderen Geschäften wird von 1 Meter auf 2 Meter erhöht.
  • Um den Supermärkten Zeit für die Umstellung zu geben, gilt die Abstandsregel dort erst am Freitag, 8. Januar. Dann treten auch entsprechend angepassten Regeln zur maximalen Anzahl von Personen, die sich im Geschäft befinden, in Kraft.
  • Die Bus- und Zugunternehmen haben Anweisung bekommen, dafür zu sorgen, dass Passagiere nicht mehr direkt nebeneinander oder einander gegenüber sitzen. Zudem darf nur noch jeder zweite Platz belegt werden.

Zahlreiche Schließungen

  • Bis dahin sollen unter anderem Schulen und Restaurants geschlossen bleiben. Auch Vergnügungsparks, Aquarien, Zoologische Gärten und kulturelle Einrichtungen im Freien schließen ihre Tore.
  • Kindertagesstätten bleiben derweil vorerst geöffnet. Es soll jedoch in der Kinderbetreuung feste, kleinere Gruppen geben.
  • Eltern sind aufgefordert, Kinder zu Hause zu betreuen, wenn dies möglich ist.
  • Grundsätzlich sollen Bildungseinrichtungen Fernunterricht erteilen.
  • Was bisher geschlossen bleiben musste, bleibt auch weiterhin zu – darunter Einkaufszentren, Baumärkte, diverse Sportstätten, Friseure usw.
  • Supermärkte, Apotheken und ähnliche Geschäfte dürfen geöffnet bleiben.
  • Geschäfte mit Paketschalter dürfen geöffnet bleiben.

Regierungschefin Mette Frederiksen (Soz.) fordert alle Bürgerinnen und Bürger auf: „Bleib so viel zu Hause wie möglich. Arbeite zu Hause, wenn das geht.“

 

Die vorläufig bis zum 7. Februar geltenden Maßnahmen im Detail:

Schule und Ausbildung

  • Alle Schulen schließen vorübergehend. Überall, auch in SFO-Angeboten und ähnlichen, wird Fernunterricht durchgeführt. Eltern von Kindern in den Klassenstufen 0 bis 4 wird Notbetreuung angeboten.
  • Der Unterricht an Berufs- und Gewerbeschulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen wird auf Fernunterricht umgestellt.
  • Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen und Ausbildungen mit besonderer gesellschaftlicher Bedeutung wie Zertifikatkurse sind ausgenommen.
  • Schülerinnen und Schüler an Nachschulen, Volkshochschulen, freien Fachschulen und Internaten an Frei- und Privatschulen sowie an Jugend- und Erwachsenenausbildungen werden grundsätzlich nach Hause geschickt.
  • Klausuren und Examen werden in der Regel bis Ende Januar ausgesetzt. Dies gilt nicht für abgeschlossene Prüfungen in Berufsausbildungen und Zertifikat-Prüfungen.
  • Volkshochschulen, freie Fachschulen und Nachschulen dürfen keine neuen kurzen Kurse beginnen.


Am Arbeitsplatz

  • Öffentliche Arbeitgeber sind dazu aufgefordert, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die keine kritische Funktion ausüben, heimzuschicken. Die Betroffenen sollen, soweit möglich, von zu Hause aus arbeiten.
  • Private Arbeitgeber sind nachdrücklich dazu aufgefordert, sicherzustellen, dass Mitarbeiter, die die Möglichkeit haben, ihre Arbeit ohne physische Anwesenheit am Arbeitsplatz auszuführen, von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.


Einkaufszentren und ähnliche

  • Einkaufszentren, Basare und Arkaden bleiben geschlossen.
  • Kaufhäuser bleiben geschlossen. Abteilungen, die hauptsächlich Lebensmittel verkaufen, dürfen derweil geöffnet bleiben. Die Kaufhäuser dürfen dann in dem Umfang geöffnet bleiben, der den Zugang zur Lebensmittelabteilung ermöglicht. Produkte anderer Abteilungen dürfen jedoch nicht verkauft werden.
  • Postfilialen, Paketshops, Paketannahme- und -ausgabestellen, auch in Kaufhäusern und im Einzelhandel, dürfen Pakete aushändigen, die im Versand- und Onlinehandel bestellt und bezahlt worden sind.
  • Fachgeschäfte bleiben geschlossen. Die Geschäfte dürfen weiterhin Pakete aushändigen, die vorbestellt und bereits bezahlt sind. Fachgeschäfte dürfen jedoch für Gewerbetreibende geöffnet bleiben, um Waren für den gewerblichen Betrieb zu verkaufen. Dies gilt auch für Geschäfte in Einkaufszentren, Arkaden und Basaren.
  • Geschäfte des täglichen Bedarfs dürfen geöffnet bleiben – darunter Supermärkte, Bäcker und Tankstellen. Ebenfalls Apotheken und medizinische Fachgeschäfte.
  • Es wird dazu aufgefordert, den Einkauf so zu planen, dass der Besuch vieler unterschiedlicher Geschäfte vermieden wird.
  • Der Einzelhandel ist aufgefordert, auf Schildern deutlich zu machen, dass aus Haushalten nur eine Person zeitgleich einkaufen soll.
  • Jedes Geschäft muss einen Verantwortlichen für die Covid-19-Maßnahmen bestimmen.
  • Die Geschäfte sind dazu aufgefordert, eine Reihe von verhaltensregulierenden Maßnahmen umzusetzen, um Gedränge zu vermeiden, und damit den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden nachgekommen werden kann.


Sport und Freizeit

  • Einrichtungen, in denen Sport-, Vereins- und Freizeitaktivitäten ausgeübt werden, bleiben für die Öffentlichkeit geschlossen. Professionelle Sportler können solche Einrichtungen weiterhin nutzen. Sportveranstaltungen unter freiem Himmel dürfen weiterhin in Anwesenheit von bis zu 500 sitzenden Personen abgehalten werden.
  • Geschlossen bleiben unter anderem Spiel- und Badeländer, Sporthallen, Schwimmhallen, Trainings- und Fitnesscenter, Spielhallen und Kasinos, Vereinsstätten usw.
  • In Zoos, Vergnügungsparks, Aquarien und ähnlichen werden sämtliche Einrichtungen geschlossen.
  • Bei Sport- und Vereinsveranstaltungen für Kinder und Jugendliche bis zu 21 Jahre dürfen nicht mehr bis zu 50 Personen anwesend sein. Bei solchen Aktivitäten dürfen grundsätzlich höchstens 10 Personen anwesend sein.


Weiterführende Ausbildungen

  • Der Unterricht wird auf Fernunterricht umgestellt.
  • Es kann Ausnahmen geben, wenn in Einzelfällen Anwesenheit nötig ist, zum Beispiel im Labor-, Klinik- und Werkstattunterricht.
  • Abschlussprüfungen sind ausgenommen, wenn sie digital nicht möglich sind.
  • Bei Anwesenheit soll darauf geachtet werden, dass niemand mit Symptomen erscheint und dass die Regeln zu Handhygiene, Abstand, Gesichtsmasken und Sauberkeit strengstens befolgt werden.


Gastronomie

  • Restaurants, Cafés, Bars und andere gastronomische Betriebe dürfen keine Speisen und Getränke mehr im Lokal servieren.
  • Es ist weiterhin möglich, Speisen und Getränke auszuliefern und zum Mitnehmen anzubieten.


Dienstleistungen

  • Gewisse Betriebe, in denen Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, müssen geschlossen bleiben.
  • Das gilt für Tattoostudios, Piercing-Studios, Spas, Körperpflege- sowie Schönheits- und Massagesalons, Friseure und übrige Geschäfte, in denen Dienstleistungen erbracht werden, die nahen körperlichen Kontakt zum Kunden erfordern. Auch Solarien und Fahrschulen bleiben geschlossen.


Kultur

  • Einrichtungen, in denen Kulturaktivitäten ausgeübt werden, werden für die Öffentlichkeit geschlossen.
  • Das betrifft unter anderem Theater, Konzertsäle, Spielstätten, Museen, Kunsthallen, Kulturhäuser, Kinos, Bibliotheken (ausgenommen die Abholung und Rückgabe zum Forschungs- und Unterrichtsgebrauch), Abendschulen, Tageshochschulen, Volksuniversitäten und Musik- und Kulturschulen.

Quelle: coronasmitte.dk

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Anstand mit Abstand“