Studie

Die Natur ist unsere bevorzugte Sportarena

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Kopenhagen
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44 Prozent der Dänen üben ihren Sport in der freien Natur aus. Foto: Ida Marie Odgaard, Ritzau/Scanpix

Wo gehen die Dänen hin, um sich sportlich zu betätigen? In Sporthallen und Fitnesszentren? Ja, vor allem aber nutzen sie die Natur, zeigt eine Studie des dänischen Sportverbandes DIF. Der Deutsche Jugendverband für Nordschleswig setzt ebenfalls auf den Trend.

Die Natur ist die beliebteste Sportarena der Dänen. Das zeigt eine Studie des dänischen Sportverbandes DIF. 44 Prozent aller Dänen nutzen die Natur, wenn sie sich sportlich betätigen.

Die Anzahl der Dänen, die die Natur als ihre Sporthalle nutzen, ist von 36 Prozent in 2011 gestiegen. Joggen, Mountainbike, Reiten, Kajakrudern, Stand-Up-Paddling und Windsurfing sind die Sportarten, die die Dänen in die freie Natur locken. Insgesamt gibt es 40 Sportarten im Outdoorbereich. Die größte Aktivität ist – nicht überraschend – Joggen mit 1,4 Millionen Menschen. Danach folgen Radfahren mit 377.000 Sportlern und Mountainbikefahren mit 296.000.

Aber es könnten noch mehr Menschen Sport in der Natur machen, wenn es dort bessere Verhältnisse für den Sport gebe, meint Niels-Christian Levin Hansen, Vorstandsmitglied von DIF: „Wir haben festgestellt, dass es generell in Dänemark nur eine geringe Anzahl von Anlagen für den Outdoorsport gibt. Wenn wir unsere Vision als sportaktivste Nation erreichen wollen, dann muss in den Outdoorbereich mehr investiert werden."

Bessere Werbung

Außerdem könnten die Kommunen mehr Werbung für ihre Outdoor-Möglichkeiten machen.

Es ist das erste Mal, dass DIF die Outdoor-Anlagen der Kommunen untersucht. Spitzenreiter ist Bornholm vor Silkeborg und Vordingborg, während die Kopenhagener Kommunen Frederiksberg, Herlev und Rødovre am wenigsten für ihre Outdoorsportler tun. Hadersleben liegt bei den Wassersport- und Waldaktivitäten auf Platz 8, Apenrade auf Platz 33. Tondern und Sonderburg liegen außerhalb der Top 40.

DIF hat gemeinsam mit dem Breitensportverband DGI ein gemeinsames Ziel formuliert, das Dänemark zur sportaktivsten Nation entwickeln soll.

Jugendverband will mehr Outdoor-Aktivitäten

Auch der Deutsche Jugendverband für Nordschleswig schließt sich dem Trend voll an.„Wir sehen, dass die Outdoorsparte immer größer wird und nachgefragt ist", sagt Vereinskonsulent Lasse Tästensen.

Die Bildungsstätte Knivsberg hat ihren Fokus auf Outdoor-Aktivitäten wie zum Beispiel Parkour, Klettern, Biwak, Jagd u. v. m. gerichtet, und auch die Vereine in Nordschleswig setzen verstärkt auf Aktivitäten im Freien. Den bisher größten Erfolg hat dabei der SC Saxburg/Bülderup, der seit geraumer Zeit Kajakrudern anbietet.

„Es gibt ganz klar Potenzial, in den Vereinen noch mehr zu machen, denn die Nachfrage im Outdoorbereich ist groß. Wir haben uns gerade im Jugendverband dazu entschlossen, dass wir eine Reihe von Themenabenden durchführen wollen, um den Vereinen neue Sportaktivitäten zu präsentieren. Dabei wird der Outdoorbereich eine große Rolle spielen", sagt Tästensen.

Auch er sieht wie DIF den Bedarf nach mehr Outdooranlagen, seien es Parkourorte oder Trimm-Pfade. „Sport im Freien ist ja nichts Neues, das hat es schon immer gegeben. Aber die Leute haben die Natur neu entdeckt, und mit dem Namen Outdoor gibt es nun einen Sammelbegriff, der den Trend verstärkt hat."

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