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Deutsche Corona-Warn-App noch nicht in dänischen App-Stores

Deutsche Corona-Warn-App noch nicht in dänischen App-Stores

Deutsche Corona-Warn-App noch nicht in dänischen App-Stores

Apenrade/Berlin
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Lothar H. Wieler
Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), hält ein Smartphone nach der Präsentation der offiziellen Corona-Warn-App in der Hand. Die Bundesregierung setzt auf eine breite freiwillige Nutzung der neuen Warn-App gegen das neuartige Coronavirus. Foto: Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa

Mit einer App sollen möglichst viele Bürger Deutschlands dazu beitragen, Covid-19 einzudämmen. Das Programm funktioniert auch grenzüberschreitend – allerdings nur für Besitzer eines deutschen Apple- oder Google-Kontos.

Corona-Warn-App

Die Gesundheitsämter ermitteln mit Angaben der Corona-positiv getesteten Person die Menschen, die mit der positiv getesteten Person in Kontakt standen, um die Ausbreitung des Erregers einzudämmen. Über Bluetooth-LE-Signale werden anonymisierte Identitätsnummern – sogenannte IDs – und Entfernungsdaten ausgetauscht.

Sie soll „Infektionsketten digital unterbrechen“ und so ein „wichtiger Baustein der Pandemiebekämpfung“ sein, verspricht das Robert Koch-Institut auf seiner Internetseite: Die Corona-Warn-App ist am Dienstag in Deutschland veröffentlicht worden.

Doch Nutzer im Grenzland, die dänische Apple- oder Google-Konten nutzen, können die App derzeit noch nicht nutzen, auch wenn sie sich häufig in Deutschland aufhalten. Das hat das Team der Corona-Warn-App am Robert Koch-Institut dem „Nordschleswiger“ auf Nachfrage bestätigt.

Mögliches Angebot in Dänemark wird bereits geprüft

„Es stimmt, die App ist zurzeit nur im deutschen App Store/Playstore verfügbar. Es wird derzeit geprüft, inwieweit wir die App auch in den Stores der anderen Länder, insbesondere der Nachbarländer, kurzfristig anbieten können“, so die Antwort aus Berlin.

Wer sich allerdings mit seinem „dänischen“ Smartphone im deutschen App Store bzw. Play Store anmeldet, der hat auch mit einer dänischen Telefonnummer Zugang zu der App: „Die Nutzung der App funktioniert zurzeit schon mit Sim-Karten aus anderen Ländern. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass gegebenenfalls Roaming-Gebühren bei ausländischen Mobilfunkverträgen anfallen können“, schreibt das App-Team.

Nicht die Sim-Nummer, sondern der Konto-Standort entscheidet

Über den App Store oder den Google Play Store beziehen Benutzer von iOS beziehungsweise Android-Geräten ihre Applikationen für Telefone und Tablets. Die Zugänge müssen in der Regel mit einer Kontonummer hinterlegt werden. Mit einer dänischen Kontoverbindung ist in der Regel nur der Zugang zu einem dänischen Store möglich.

In Dänemark ist derzeit noch keine vergleichbare App veröffentlicht worden. Die Verhandlungen dazu sind ins Stocken geraten.

Europäische Apps arbeiten zusammen

Andere europäische Länder haben Apps veröffentlicht oder in Planung und wie die Deutsche Presseagentur berichtet, sollen die europäischen Länder künftig Informationen untereinander austauschen können und so die Kontaktverfolgung von Infizierten über Ländergrenzen hinweg möglich machen.

Darauf einigten sich Deutschland und mehrere andere Länder, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Dabei sind alle Länder, deren Apps auf eine dezentrale Speicherung der Daten setzen – neben Deutschland sind das 15 EU-Staaten sowie Norwegen und Liechtenstein.

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