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Corona: Schleswig-Holstein reißt die wichtige 30er-Marke

Corona: Schleswig-Holstein reißt die wichtige 30er-Marke

Corona: Schleswig-Holstein reißt die wichtige 30er-Marke

Kiel/Apenrade
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Die steigenden Corona-Zahlen führen wieder zu Einreisebeschränkungen. Foto: Karin Riggelsen

Mit der Sonderstellung der Schleswig-Holsteiner beim freien Reisen ins Nachbarland Dänemark könnte es bald vorbei sein, denn nun hat das Land eine wichtige Marke überschritten.

Seit Sonnabendnacht gilt ein Einreiseverbot für Bürger aus Deutschland nach Dänemark. Schleswig-Holsteiner sind bislang von diesem Verbot ausgenommen, sie dürfen auch ohne triftigen Grund nach Dänemark reisen. Doch diese Sonderposition könnte schon bald wieder Geschichte sein.

Schleswig-Holstein über Inzidenzwert von 30

Wie der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (shz) berichtet, hat das nördlichste Bundesland die Grenze von 30 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Inzidenzwert) überschritten. Laut shz lag er am Sonnabend bei 30,37; am Freitag lag er dem Sender TV Syd zufolge noch bei 25,55. Der Wert zieht weiter an. Das Robert-Koch-Institut gibt ihn am Sonntag für Schleswig-Holstein mit 33,54 an.

Diese 30er-Marke ist in Dänemark der Schwellenwert, ab dem ein Land zum Quarantäneland erklärt wird und Reisebeschränkungen greifen. Aufgrund des europaweiten rapiden Anstiegs der Infektionen ist es wahrscheinlich, dass auch in Schleswig-Holstein die Zahl der Neuinfektionen weiter hoch bleibt.

Das dänische Außenministerium gibt jeden Donnerstag einen Überblick über offene Länder und Quarantäneländer, aus denen das Reisen nach Dänemark erheblich eingeschränkt ist. Das Ministerium stützt sich dabei auf Zahlen des Staatlichen Serum Instituts (SSI), der dänischen Seuchenschutzbehöde.

Bleibt der Inzidenzwert (Durchschnitt der vergangenen sieben Tage) 14 Tage in Folge über 30, wird das Land – oder die Region – zum sogenannten Quarantäneland. So könnte die Sonderposition Schleswig-Holsteins bald wieder aufgehoben werden.

Andresen hofft

Sollte dies geschehen, dann dürfen Schleswig-Holsteiner nur mit einem triftigen Grund nach Dänemark einreisen oder mit einem negativen Corona-Test. Dies schreibt die Reichspolizei auf coronasmitte.dk. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Diese Test-Sonderregelung gilt nur für einige schwedische Regionen sowie für Schleswig-Holstein.

Thomas Andresen (Venstre), Bürgermeister der Kommune Apenrade (Aabenraa), zeigt sich im Sender TV Syd tief besorgt über die Entwicklung in Schleswig-Holstein und befürchtet negative wirtschaftliche Auswirkungen, ist aber hoffnungsvoll, dass die Schleswig-Holsteiner die Entwicklung wieder in den Griff bekommen.

Flensburg erreicht erstmals Inzidenzwert von 35

Wie die Stadt Flensburg am Sonntagmittag mitteilte, stieg dort der Inzidenzwert erstmals seit Beginn der Pandemie auf 35. Am Sonnabend kamen sieben Neuinfektionen hinzu.

Mit dem Erreichen des 35er-Wertes treten neue Regeln in Kraft. Es gilt unter anderem eine Maskenpflicht auf dem Südermarkt, dem Nordermarkt sowie auf der Roten Straße und der unteren Angelburger Straße (Fußgängerzone). Hinzu kommen der Holm und die Große Straße. Restaurants und Bars müssen um 23 Uhr schließen.

Höhere Infektionszahlen auch in Nordschleswig

Nördlich der Grenze, in Nordschleswig, kämpfen die beiden Kommunen Tondern und Apenrade mit höheren Infektionszahlen, deren Inzidenzwerte laut SSI am Sonntag bei 91,1 beziehungsweise 83,5 liegen. Für Sonderburg gibt das Institut 24,3 und für Hadersleben 45,0 an.

Aktualisiert um 15.15 Uhr

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Die Suche nach der Balance“