Verkehr

Bußgelder für Verkehrssünder: Erstmals Tausende Knöllchen nach Dänemark verschickt

Erstmals Tausende Knöllchen nach Dänemark verschickt

Erstmals Tausende Knöllchen nach Dänemark verschickt

Kay Müller/shz.de
Kiel
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Fast 60 Prozent der dänischen Verstöße wurden auf der Rader Hochbrücke registriert. Foto: Marcus Dewanger/shz.de

Die Polizei ahndet Geschwindigkeitsverstöße dänischer Autofahrer in Schleswig-Holstein. Die meisten gab es auf der Rader Hochbrücke.

Das Rasen in Deutschland kommt jetzt auch die Dänen teuer zu stehen. Seitdem sich Dänemark im Juli als letztes EU-Land dem System Eucaris (European Car and Driving License Information System) angeschlossen hat, kann die deutsche Polizei Halterdaten abfragen und Bußgeldbescheide nach Dänemark schicken.

Und das lohnt sich: Bereits in den ersten vier Monaten, seit die neue Regel gilt, hat die Landespolizei 2409 Bescheide ins Königreich geschickt. Fast 60 Prozent der dänischen Verstöße wurden auf der Rader Hochbrücke registriert. Fast 15 Prozent aller Verkehrssünder, die dort erwischt wurden, sind Dänen oder zumindest in dänischen Fahrzeugen unterwegs: genau 1419 von insgesamt 10.346 Verstößen gingen auf ihr Konto.

Neue Anlage wird scharf geschaltet

Die eigentliche Zahl der Temposünder dürfte noch höher sein, weil die Blitzanlage Pkw erst ab Tempo 115 blitzen kann, obwohl auf der Brücke ein Tempolimit von 100, bei starkem Wind sogar von 60 km/h gilt. Erst in zehn Tagen soll eine genauer messende Anlage scharf geschaltet werden.

„Wir wissen nicht, in wieweit sich herumgesprochen hat, dass Verkehrssünder aus Dänemark in Deutschland weitgehend unverfolgt geblieben sind“, sagt der Sprecher des Landespolizeiamtes, Torge Stelck. „Ich hoffe aber, dass durch die Zustellung der Bescheide alle endgültig erkennen, dass man sich an die Verkehrsregeln in Deutschland zu halten hat.“

Wie hoch die Bußgeldsumme ist und ob schon Bescheide bezahlt worden sind, kann Stelck nicht sagen.

53.499 ungeahndete Verkehrsverstöße von Ausländern

Der Prozentsatz, der von Dänen begangenen Verkehrsverstöße in Schleswig-Holstein insgesamt ist jedoch gering: 2.409 Mal waren sie seit Juli zu schnell, fuhren betrunken oder übersahen rote Ampeln – insgesamt registrierte die Polizei seit Juli 206.321 Verstöße.

Im gesamten Jahr 2018 verzeichnete die Landespolizei 53.499 Verkehrsverstöße von Ausländern, die nicht geahndet werden konnten – allein 25.134 davon an der Rader Hochbrücke.

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