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Silvester-Bilanz: „Ein Wunder, dass nicht mehr passiert“

Silvester-Bilanz: „Ein Wunder, dass nicht mehr passiert“

Silvester-Bilanz: „Ein Wunder, dass nicht mehr passiert“

cvt/Ritzau
Kopenhagen/Apenrade
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Feuerwerk auch in Corona-Zeiten: Silvester in Kopenhagen Foto: Tim Kildeborg Jensen/Ritzau Scanpix

Obwohl Feuerwerk in Dänemark nicht verboten wurde und viele keine Schutzbrille tragen, berichten Ärzte von einer weitgehend ruhigen Nacht in den Notaufnahmen.

Die Augenabteilungen der Krankenhäuser in Dänemark haben in der Silvesternacht zwölf Personen mit Verletzungen an den Augen behandelt. Das berichtet Jørgen Villumsen, Oberarzt an der Augenklinik im Reichshospital in Kopenhagen.

„Man muss sagen, dass das Neujahr recht friedlich war. Es gab nur einen ernsthaft Verletzten und der Rest waren vergleichsweise oberflächliche Verletzungen, die kaum dauerhafte Spuren hinterlassen werden“, sagt er.

„Alle, mit denen ich gesprochen habe, berichten von einer außergewöhnlich ruhigen Silvesternacht. In der Region Nordjütland hat es zum Beispiel überhaupt keine Augenschäden gegeben“, so Villumsen.

Augenarzt wünscht sich, dass Schutzbrillen getragen werden

Keine der zwölf Verletzten Personen habe Schutzbrillen getragen, berichtet er.

Die Zahl der Augenverletzungen liegt auch im Coronajahr etwa auf Niveau mit den Vorjahren, im Schnitt gibt es 15 bis 16 Augenverletzungen.

„Wenn man bedenkt, wie viel Feuerwerk abgeschossen wird, ist es ein Wunder, dass nicht mehr passiert. Und wenn man die Leute dazu brächte, konsequent Schutzbrillen zu tragen, wenn sie herausgehen, dann hätte es keine einzige Verletzung gegeben“, sagt Villumsen.

Auch bei der Zahl der Notrufe, wo ein Krankenwagen ausrücken musste, liegt trotz der Versammlungsverbote und anderer Restriktionen ungefähr auf Vorjahresniveau. 992-mal mussten Ambulanzen, Notärzte, Rettungswagen und -helikopter ausrücken.

Neben den 12 Augenverletzungen hat es 22 Handverletzungen durch Feuerwerk gegeben. Auch das liegt auf Vorjahresniveau.

Die genannten Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum zwischen 18 Uhr am Silvesterabend und 6 Uhr am Neujahrstag. Gewöhnlich ist die Zahl der Notrufe unter der Nummer 112 am Silvesterabend viermal höher als an einem gewöhnlichen Tag.

Feuerwehren: Ungewöhnlich wenige Einsätze

Die kommunalen Bereitschaften sind in der Silvesternacht landesweit 389-mal ausgerückt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Verbandes Danske Beredskaber vom Frühen Freitagmorgen hervor. Demnach hatten die rund 1.800 Feuerwehr-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „den ruhigsten Silvestertag seit vielen Jahren.“

Zum Vergleich: In den vorangegangenen vier Jahren sind die Bereitschaften im Schnitt 507-mal in der Silvesternacht ausgerückt. Als Normalwert wird eine Zahl von um die 400 angegeben. „Dieses Jahr lag deshalb näher am Normalbild als wir es in den vergangenen vier Jahren erlebt haben, und das ist natürlich sehr positiv“, so Isabel Brylov, Organisationskonsulentin bei Danske Beredskaber.

Ob der Rückgang der Zahl der Einsätze mit der Coronapandemie und dem Umstand, dass mehr Silvester zu Hause gefeiert haben zusammenhängt, kann sie nicht sagen.

Insgesamt wurden in der Nacht vier Angriffe mit Feuerwerkskörpern auf Feuerwehrfrauen und -männer registriert. Ein deutlicher Rückgang zu den 17 Fällen aus dem Vorjahr.

Anmerkung: Der Artikel wurde um 10:17 Uhr um die letzten vier Absätze ergänzt.

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