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Mobile Polizeiwachen: „Zeitverschwendung“

Mobile Polizeiwachen: „Zeitverschwendung“

Mobile Polizeiwachen: „Zeitverschwendung“

jt
Odense
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Eine mobile Polizeiwache in Kopenhagen. Foto: Mads Claus Rasmussen / Ritzau Scanpix

In Zukunft sollen die mobilen Polizeiwachen alle zwei Tage unterwegs sein. Eine schlechte Idee, meint ein Betriebsrat.

In den kommenden Tagen werden die Regeln für die mobilen Polizeiwachen verschärft: Statt zweimal wöchentlich sollen sie dann jeden zweiten Tag eingesetzt werden – und Das sorgt bei vielen Beamten für Aufregung, berichtet der öffentlich-rechtliche Nachrichtensender DR (Danmarks Radio).

„Die Aufgaben der Polizeibeamten sind vielfältig, und es ist eine gute Idee, sich unters Volk zu mischen. Doch das muss nicht an jedem zweiten Tag geschehen. In vielen Fällen haben wir den Eindruck, dass die mobilen Polizeiwachen reine Zeitverschwendung sind“, erklärt der Betriebsrat bei der Polizei auf Fünen, Per Svanegaard, gegenüber DR.

Ein Bericht der Reichspolizei zeigt, dass die mobilen Wachen in den meisten Fällen vor Supermärkten in den kleineren Städten aufgestellt werden. Laut Svanegaards Kollege, René Haahr, ergebe dies wenig Sinn. „Warum sollen wir einen Kleintransporter zwei Stunden lang vor einem Supermarkt parken, um dann alles wieder zusammenzupacken?“, fragt sich Haahr.

Poul Buss, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft in Nordjütland, sieht das zwar ähnlich, erklärt aber auch, dass die mobilen Polizeiwachen bei größeren Veranstaltungen sehr nützlich sind. „Die mobilen Wachen werden oft schlechtgeredet. Bei Unfällen oder beispielsweise Konzerten sind sie sehr wertvoll“, so Buss und ergänzt: „Die Politiker sollen aber nicht denken, dass die Reaktionszeiten der Polizei dadurch verkürzt werden.“ Man müsse die Wachen konstruktiv und durchdacht einsetzen, so der Vorsitzende.

Die dänische Reichspolizei hat DR zufolge indes keine Angaben, ob und im welchem Maße die mobilen Wachen von der Lokalbevölkerung genutzt werden.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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