Grenzöffnung

Urlaubsreisen für Deutsche ab Juni – Dänemark ungewiss

Urlaubsreisen für Deutsche ab Juni – Dänemark ungewiss

Urlaubsreisen für Deutsche ab Juni – Dänemark ungewiss

dpa/wt
Berlin/Kopenhagen/Nordschleswig
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Noch ist unklar, ob deutsche Sommerhausgäste demnächst über die Grenze dürfen. Foto: Archivbild: DN

Rechtzeitig vor dem Sommerurlaub sollen die Grenzen von Deutschland nach Österreich und Frankreich wieder öffnen. Innenminister Seehofer hofft weiterhin auch auf eine Öffnung Richtung Dänemark. Erste positive Signale gab es Donnerstagabend von Staatsministerin Frederiksen.

Reisen für Deutsche in europäische Nachbarländer sollen von Mitte Juni an trotz der Corona-Pandemie wieder möglich sein – vorausgesetzt die Infektionszahlen bleiben unter Kontrolle. Die Überprüfungen an der deutschen Grenze werden schrittweise gelockert, Österreich macht zum 15. Juni die Grenze nach Deutschland auf. Auch die EU-Kommission plädiert dafür, die stark eingeschränkte Reisefreiheit in Europa schrittweise wiederherzustellen.

Außenminister Heiko Maas stellte zugleich eine Lockerung der weltweiten Reisewarnung für deutsche Touristen in Aussicht. Damit dürften Urlaubsreisen zumindest zu ausgewählten Auslandszielen im Sommer wieder realistisch sein – zunächst wohl aber nicht auf das spanische Festland und nach Italien.

WHO: Keine Gefahr bei Grenzöffnung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht keine Gefahr in der Öffnung von Grenzen zwischen Nachbarstaaten, wenn die Lage in den Nachbarstaaten vergleichbar ist.

„Wenn Länder das Risiko ähnlich managen und ähnliche Maßnahmen zur Überwachung haben, birgt eine Grenzöffnung kein zusätzliches Risiko“, sagte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan in Genf. Flugreisen seien komplizierter, dafür müssten umfangreiche Schutzkonzepte vor einer weiteren Ausbreitung des Virus entwickelt werden.

Zuerst sollen noch in der Nacht zu Sonnabend die Kontrollen an der Grenze nach Luxemburg enden. Richtung Frankreich und Österreich sollen spätestens am 15. Juni die Schlagbäume gänzlich hochgehen.

Deutschland sei auch bereit, die Grenze zu Dänemark zu öffnen, „sobald die dänische Regierung ihre laufenden Konsultationen mit ihren jeweiligen Nachbarstaaten vollzogen hat“, teilte das Innenministerium am Mittwoch mit.

Nur mit Mietvertrag

Von der dänischen Regierung gab es am Donnerstagabend erstmalig vorsichtige Signale zu einer Öffnung der Grenzen.

Während Justizminister Nick Hækkerup (Soz.) noch am Mittwoch ausgeschlossen hatte, dass deutsche Touristen in naher Zukunft nach Dänemark können, gab es in einer TV-Debatte plötzlich andere Töne von Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.).

Sie zeigt sich offen für den Gedanken, dass ein Mietvertrag für ein Sommerhaus als triftiger Grund gelten soll.

„Dass einige meinen, wir sollten einfach die Grenzen öffnen, und es sollte uns egal sein, ob mehrere Tausend Menschen durch die Gegend reisen und einander anstecken, verstehe ich einfach nicht“, meint Frederiksen.

„Sprechen wir von einem Modell, bei dem es um Menschen geht, die als Touristen nach Dänemark kommen, und dies den Ortschaften helfen kann, dann ist das etwas anderes.“

Eine vollständige Öffnung der Grenze, wie Seehofer sie ab 15. Juni anstrebt, schließt Frederiksen somit weiterhin aus.

Vestager unterstützt Öffnung der Grenze

Schrittweise will Außenminister Maas auch die weltweit geltende Reisewarnung für Touristen aufheben – einen Zeitpunkt nannte er jedoch zunächst nicht.

„Für Europa wird es sicher früher möglich sein, die Reisewarnung aufzuheben als für andere Reiseziele – vorausgesetzt, dass sich der jetzige positive Trend in vielen Ländern verstetigt“, erklärte Maas.

Auch die EU-Kommission plädierte für mehr Reisefreiheit. Gleichzeitig sollen Hotels und Ferienparks neue strenge Hygiene- und Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen – etwa durch eine Begrenzung der Gästezahl, damit Abstandsregeln eingehalten werden können. Urlaube sollten zudem in Regionen möglich sein, die ausreichende medizinische Versorgung garantieren könnten.

„Das wird für niemanden von uns ein normaler Sommer, aber wenn wir alle zusammenarbeiten (...), dann werden wir nicht den ganzen Sommer zu Hause verharren müssen – und dann wird es auch kein vollständig verlorener Sommer für die europäische Tourismusindustrie werden“, kommentierte die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Margrethe Vestager.

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