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Apenrader Stadtrat macht einstimmig Weg frei für neues Museum

Apenrader Stadtrat macht Weg frei für neues Museum

Apenrader Stadtrat macht Weg frei für neues Museum

Apenrade/Aabenraa
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Am nördlichen Hafenrand möchte der Stadtrat der Kommune Apenrade am Straßenzug Kilen das neue Museum platzieren. Foto: Volker Heesch

Nach der Aussichtslosigkeit der Pläne zur Erweiterung des Standortes Schloss Brundlund setzt das Kommunalparlament auf Platzierung im Hafengebiet am Kilen. Eine Mitfinanzierung durch Stiftungen ist zur Realisierung des Vorhabens Voraussetzung.

Seit Jahrzehnten träumt man in Apenrade von einem Zentralmuseum, in dem neben dem traditionsreichen Schifffahrtsmuseum auch die bisher im Schloss Brundlund untergebrachte Gemäldesammlung und derzeit kaum zugängliche Werke der berühmten Apenrader Malerin Francisca Clausen angemessen präsentiert werden können.

Neues Museumsprojekt in Hafennähe

Nachdem in den Haushaltsvereinbarungen noch auf den bisher favorisierten Standort Schloss Brundlund mit umfangreichen Erweiterungsbauten gesetzt wurde, hat sich der Stadtrat nun für einen Museumsneubau im Hafenbereich an der Straße Kilen entscheiden.

Standort am Schloss tabu

„Es hat sich herausgestellt, dass es keine Chance für Genehmigungen für Neubauten am Schloss gibt“, so der Vertreter der Schleswigschen Partei (SP) im Kulturausschuss des Stadtrates, Kurt Andresen. „Jetzt hat der Stadtrat sich einstimmig für diesen Standort ausgesprochen“, so Andresen, der während der Stadtratssitzung am Mittwochabend noch die Kollegen der Dänischen Volkspartei (DF) „bearbeitet“ hatte, auf einen Änderungsvorschlag zu verzichten und auch das neue Vorhaben zu unterstützen.

Hoffnung auf Stiftungsmittel

„Wir sind auf Mittel von Stiftungen angewiesen, denn Apenrade kann das Museumsvorhaben nicht mit eigenen Mitteln verwirklichen“, so Andresen, der sich freut, dass mit einem einstimmigen Beschluss Apenrade gegenüber möglichen Geldgebern bestens dasteht.

21,45 Millionen Kronen „reserviert“

In der Finanzplanung der Kommune sind für den Zeitraum 2021 bis 2023 21,45 Millionen Kronen für ein „Kunstgebäude“ am Brundlunder Schloss reserviert. Diese müssten jetzt dem neuen Vorhaben zugeordnet werden.

Die staatliche Schlösser- und Kulturbehörde hatte klargestellt, dass sich Apenrade Anbauten an dem mittelalterlichen Schloss, das im 19. Jahrhundert vom bekannten Architekten C. F. Hansen vor dem Verfall gerettet worden war, aus dem Kopf schlagen sollte. Der Denkmalschutz lasse dort keine baulichen Eingriffe zu.

Die Kommune Apenrade hatte Brundlund vor gut 20 Jahren vom Staat erworben, der dort zuvor die Staatsverwaltung samt Stiftsamtmann untergebracht hatte. In Apenrade waren in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Anläufe für ein neues Museum unternommen worden.

Vor 30 Jahren schon Neubau geplant

Vor rund 30 Jahren hatte der damalige Bürgermeister Jens Terp Nielsen (Venstre) sogar schon Baupläne des bekannten Architekten Otto Weitling für ein modernes Gebäude in Nachbarschaft zum Schifffahrtsmuseum präsentiert.

Werke Francisca Clausens im Mittelpunkt

Damals sollten Werke Francisca Clausens im Mittelpunkt stehen. Im neuen Museum könnten die rund 2.500 Werke der gezeigt werden, die im Besitz der Francisca-Clausen-Stiftung aktuell im Magazin liegen.


Eingebunden in die Museumplanung ist der nordschleswigsche Museumsverbund „Museum Sønderjylland“, der mit staatlichen Fördermitteln das bestehende Kunstmuseum Brundlund und das Schifffahrtsmuseum betreibt. Vision beim angestrebten neuen Museum ist ein attraktives Bauwerk, das Besucher aus der gesamten Region anziehen könnte. Neben einer festen Ausstellung soll auch Raum für Sonderausstellungen geboten werden.

Das Gemälde Fisken aus dem Jahre 1924 zählt zu den berühmtesten Werken der Surrealistin Francisca Clausen, die 1899 in Apenrade geboren wurde und dort 1986 starb. Foto: Volker Heesch

Der Standort Kilen wird vom Stadtrat auch wegen dessen Lage in der Stadtmitte bevorzugt.
Kommt es nicht zur Realisierung der Museumspläne, droht eine Vergabe der Clausen-Werke an andere Museen.

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