EU-Einigung

Dorschquote: Auch Sportfischer müssen sich einschränken

Dorschquote: Auch Sportfischer müssen sich einschränken

Dorschquote: Auch Sportfischer müssen sich einschränken

Ritzau/hm
Kopenhagen/Apenrade
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Sportangler werden sich im kommenden Jahr einschränken müssen, was den Dorschfang angeht. Foto: Søren Bidstrup/Ritzau Scanpix

Bevor es an die Küste oder aufs Meer geht, müssen Sportfischer künftig mehr auf den Kalender schauen, wenn sie Dorsche fangen wollen.

Im kommenden Jahr dürfen Sportangler fünf statt sieben Dorsche täglich mitnehmen, 2019 hatte die EU die Fangbegrenzung auf sieben Fische am Tag pro Person gelegt. In den Monaten Februar und März 2020 schrumpft die Quote noch, es gilt das Limit von zwei Dorschen am Tag.

Fischereiminister Mogens Jensen (Sozialdemokraten) nennt die Regelung „eine gute Lösung“, sehr viele Gebiete in Dänemark seien vom Angeltourismus abhängig. Angelkutterkapitäne in Dänemark hatten im Vorfeld befürchtet, dass die Quote bei zwei Dorschen pro Tag pro Angler liegen würde, dies hätte nach Ansicht der Kapitäne für viele das wirtschaftliche Aus bedeutet. Deshalb ist Mogens Jensen froh, dass mit Ausnahme der beiden Monate Februar und März das Fanglimit bei fünf Dorschen liegt.

Der Vorsitzende des Apenrader Angelvereins, Carl D. Petersen, kann eine Begrenzung der Fangmenge an Dorsch wohl einsehen, hält aber von einem Fanglimit von zwei Dorschen für Sportfischer nichts. „Wir sind damit nicht einverstanden“, sagt er. Seiner Meinung nach sind es nicht die Sportfischer, die den Bestand gefährden. Er verweist auf die Erwerbsfischer mit deren professioneller Ausrüstung, aber auch auf Umweltverschmutzungen, wie sie beispielsweise in Fredericia geschehen seien, die die Fischwelt gefährden würden. Zudem würden Sportfischer auch nicht jeden Tag etwas fangen.

Anders als ihr dänischer Kollege bezeichnet laut shz.de die deutsche Bundesagrarministerin die Höchstmenge von zwei Exemplaren am Tag in den beiden Monaten Februar und März als „nicht akzeptabel“. Dies könnte einer Schließung des Angeltourismus an der deutschen Ostseeküste gleichkommen, so Klöckner.

Die von der EU ausgehandelten Fangquoten halten der Zeitung zufolge die Umweltschutzorganisationen WWF und Oceana für zu hoch. Oceana fordert ein absolutes Fangverbot für den Dorsch in der östlichen Ostsee.

Der Dorschbestand in der Ostsee ist im Rückgang, und die Fische haben mit Parasiten zu kämpfen.

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